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Do., 01.12.2016

Commerzbank befragt Kleinunternehmer Geschäftskundenstudie: Stabile Stimmung in Münsters Betrieben

Fachkräftemangel treibt die meisten Kleinunternehmer in Münster um. Die Bereitschaft zur Ausbildung ist allerdings nicht sehr weit verbreitet.

Fachkräftemangel treibt die meisten Kleinunternehmer in Münster um. Die Bereitschaft zur Ausbildung ist allerdings nicht sehr weit verbreitet. Foto: colourbox.de

Münster - 

Die Stimmung ist gut, die Prognosen sind zuversichtlich. Und dennoch haben Münsters Kleinunternehmen auch Sorgen. Die größte: Fachkräftemangel.

Von Lukas Speckmann

Münster ist und bleibt ein attraktiver Wirtschaftsstandort – nicht zuletzt für Kleinunternehmer wie Handwerker, Gewerbetreibende oder Freiberufler. Drei Viertel bewerten die Entwicklung des Jahres 2016 als gut oder stabil, und die Auftragslage ist zufriedenstellender als 2015 – obwohl die Stimmung damals insgesamt noch besser war. Die Erwartungen für 2017 sind wiederum vielversprechend: Über 30 Prozent rechnen in Münster mit einer positiven, weitere 60 Prozent mit einer stabilen Entwicklung. Die Pessimisten (zwei Prozent) sind in der Minderheit.

Dies ist zumindest das Ergebnis der aktuellen Geschäftskundenstudie der Commerzbank; bundesweit befragt wurden Kleinunternehmer mit einem Jahresumsatz bis 2,5 Millionen Euro. „Diese Unternehmen sind das wirtschaftliche Herz der Region“, sagt Tobias Schaefer, Leiter der Geschäftskundenberatung der Niederlassung Münster; die Zahlen seien „statistisch valide“ und sehr aktuell.

 

Wie kaum anders erwartet, steht Münster besser da als der Bundesdurchschnitt: Die Stadt gilt als außerordentlich beliebt, besonders ihrer Familienfreundlichkeit und Kunden-Nähe wegen. Auch die Infrastruktur bekommt vergleichsweise gute Noten. Nachholbedarf hat Münster vor allem in Sachen Breitbandversorgung, das findet mehr als ein Drittel der Befragten.

Die hohen Immobilienpreise werden als Nachteil empfunden. Das betrifft sowohl Gewerbeflächen als auch Wohnraum – und berührt zugleich den wundesten Punkt der ganzen Umfrage, den Fachkräftemangel. Für 71 Prozent der Befragten ist die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern in Münster schwierig, das gilt besonders für technische Berufe und für den Verkauf. 40 Prozent bewerten dieses Problem als größtes unternehmerisches Risiko. Die Situation ist andernorts noch schlimmer: Immerhin gelingt es zwei Dritteln der Befragten, freie Stellen innerhalb von drei Monaten zu besetzen. Ein Job in Münster ist also reizvoll – wenn es hier nur nicht so teuer wäre.

Die Geschäftskunden-Studie der Commerzbank wurde von Tobias Schaefer (l.) und Bernd Dohmen vorgestellt.

Die Geschäftskunden-Studie der Commerzbank wurde von Tobias Schaefer (l.) und Bernd Dohmen vorgestellt. Foto: spe

Ausbildung könnte ein Ausweg sein. Doch nur ein knappes Viertel der Befragten bildet aus, und nur ein Drittel dieser Auszubildenden wird übernommen. „Enttäuschend“, meint Tobias Schäfer dazu; in Osnabrück etwa sei in dieser Hinsicht mehr los. Die Bereitschaft, Flüchtlinge zu beschäftigen – Deutschkenntnisse vorausgesetzt –, haben 32 Prozent der hiesigen Unternehmen. Die Konkurrenz in Osnabrück oder Dortmund ist auch darin flexibler (jeweils über 40 Prozent).

Die Niedrigzinsen gelten derzeit übrigens kaum als Problem, sie verstärken eher die Investitionsbereitschaft. Ins Grübeln kommen Münsters Kleinunternehmer in diesem Zusammenhang, wenn es um die Altersversorgung geht. Etwa ein Drittel macht sich deshalb große Sorgen.

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