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Fr., 02.12.2016

Professor distanziert sich von Holocaust-Leugnung Van Suntum löscht umstrittenen Tweet

Ulrich van Suntum 

Ulrich van Suntum  Foto: dpa

Münster - 

Ulrich van Suntum, Professor der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster und Landesvorsitzender des AfD-Ablegers „Alfa“ rudert im Streit um einen Tweet auf seinem privaten Twitter-Account zurück. Die umstrittene Äußerung hat er gelöscht.

Von Karin Völker

Prof. Ulrich van Suntum, Leiter des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen der Universität Münster, hat seinen umstrittenen Tweet ( wir berichteten) von seinem Twitter-Account gelöscht. Außerdem erklärte er in einer Mail an seine Kollegen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, dass er auf Bitten des Uni-Rektorats hin in dem privaten Account jeden Hinweis auf die Universität Münster gelöscht habe.

In dem Tweet, der noch bis Mittwochvormittag auf van Suntums Seite nachzulesen war, hatte er Kritik an dem Urteil über eine Holocaustleugnerin und der gleichzeitigen Straffreiheit für die Wuppertaler „Scharia-Polizisten“ geübt („Heute: 88-Jährige wegen Holocaustleugnen: 2,5 Jahre Haft. Fünf Schariapolizisten: Freispruch. Droht demnächst Knast für Prophetenbeleidigung?“).

Daraufhin gab es reichlich Entrüstung und Kritik aus der Universität, von studentischen Fachschaften, dem AStA aber auch von Kollegen aus der Fakultät, dem Dekanat und dem Rektorat.

Über die Reaktionen zeigt sich van Suntum, der auch NRW-Vorsitzender der „Alfa“-Partei ist, in seiner Mail, die er auch an unsere Zeitung weiterleitete, „sehr überrascht“ und beteuerte, dass er nichts „mit irgendwelchen rechten Spinnern am Hut“ habe. „Schon gar nicht rechtfertige ich das Leugnen des Holocaust oder relativiere gar diesen selbst“, schreibt er weiter.

Das Rektorat der Universität stellte klar, dass es auch Hochschullehrern freistehe, sich politisch zu engagieren. „Beamte haben jedoch die Pflicht, bei politischer Betätigung diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergibt“, heißt es in der Erklärung. Und weiter: „Es muss eine klare Trennung von Amt und Teilnahme am politischen Leben geben.“

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