Fr., 02.12.2016

Musikschule und Musikhochschule arbeiten eng zusammen Zurück zu den Wurzeln nach 100 Jahren

Sie haben ein Ohr für den jeweils anderen: Prof. Ulrich Rademacher (l.) von der Westfälischen Schule für Musik und Prof. Michael Keller, Dekan der Musikhochschule Münster.

Sie haben ein Ohr für den jeweils anderen: Prof. Ulrich Rademacher (l.) von der Westfälischen Schule für Musik und Prof. Michael Keller, Dekan der Musikhochschule Münster. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Die Westfälische Schule für Musik an der Himmelreichallee feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen. Wie es der Zufall so will, feiert die Musikhochschule am Ludgeriplatz im gleichen Jahr auch ihr 100-jähriges Bestehen.

Von Klaus Baumeister

Na ja, ein Zufall ist das nicht, denn beide Einrichtungen haben ihre Wurzeln in dem unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Musik-Konservatorium in Münster. Alles wurde damals unter einem Dach vereint: eine Musikschule, eine Musikhochschule, ein Orchester und eine Einrichtung zur Ausbildung von Musiklehrern.

In den Ohren von Prof. Ulrich Rademacher, Leiter der Musikschule, hatte der Grundgedanke des Konservatoriums durchaus Charme: „Kultur kann man nicht trennen von kultureller Bildung, Musik kann man nicht trennen von musikalischer Ausbildung.“

Die Bildungspolitiker späterer Jahrzehnte sahen das anders. Im Rahmen des Hochschulrahmengesetzes in den 1970er Jahren erfolgte die Trennung von Musikschule und Musikhochschule.

Prof. Michael Keller, Dekan der Musikhochschule, muss mit dieser Differenzierung zwischen Laien und Berufsmusikern leben, auch damit, dass die Musikschule eine städtische Einrichtung ist und die Musikhochschule vom Land betrieben ist. Gleichwohl gehe es immer um die gleichen Menschen: „Die Musikausbildung beginnt meist mit fünf Jahren, nicht erst mit dem Abitur.“

Längst haben beide Institutionen gemerkt, dass es fließende Übergänge gibt und eine gemeinsame Jugendakademie gegründet. Hier werden 30 besonders begabte junge Menschen gefördert. Ein paritätisch besetztes Leitungsteam sucht für sie die passenden Lehrkräfte aus – unabhängig davon, ob die nun von der Musikschule oder von der Musikhochschule kommen.

„Wir praktizieren hier eine Zusammenarbeit, um die uns andere Städte beneiden“, freut sich Prof. Keller. Üblicherweise sei es so, dass Musikhochschulen darum bemüht seien, begabte Jugendliche aus den Musikschulen abzuwerben.

Im kommenden Jahr steht die Musikhochschule vor einer wichtigen Veränderung, die sie wieder etwas näher an das Konservatorium früherer Tage heranführt. Das Institut für Musikpädagogik der Uni Münster und die Musikhochschule werden organisatorisch zusammengefasst. 300 angehende Berufsmusiker und 200 angehende Musiklehrer rücken dann etwas enger zusammen.

Prof. Rademacher arbeitet derweil mit ganz anderen Zahlen: Die Musikschule zählt 6900 Schüler. In ihre Zuständigkeit fällt die musikalische Früherziehung, was in Münster vielfach sehr groß geschrieben wird.

Übrigens: Bald treffen Rademacher und Keller mit Golo Berg zusammen, der im Sommer 2017 von Stralsund nach Münster wechselt und als Generalmusikdirektor das Sinfonieorchester Münster übernimmt. Der Grund für das Treffen: Auch das Orchester feiert 2019 seinen 100. Geburtstag.

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