Unseriöse Kundenwerbung
Anrufer erfragen persönliche Daten

Münster -

Die Stadtwerke sprechen von einem „unseriösen, teilweise illegalen“ Vorgehen. Callcenter, die für andere Anbieter arbeiten, erschleichen persönliche Daten von Stadtwerke-Kunden - und nutzen diese dann für einen Stromanbieter-Wechsel, den die Kunden gar nicht wollen.

Mittwoch, 14.03.2018, 08:03 Uhr

Unseriöse Kundenwerbung: Anrufer erfragen persönliche Daten
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Der Mann am anderen Ende der Leitung gibt sich als Mitarbeiter einer „Servicegesellschaft“ der Stadtwerke aus, erkundigt sich nach der Nummer des Stromzählers – und weiteren persönlichen Daten. Der Angerufene wird skeptisch, erkundigt sich bei den Stadtwerken, um was für eine Servicegesellschaft es sich handele – und erfährt, dass es diese gar nicht gibt.

„Ja“ wird mitgeschnitten

In letzter Zeit häufen sich solche Anrufe in Münster. Dahinter stecken nach Einschätzung der Stadtwerke Callcenter, die für andere Stromanbieter arbeiten. Mit den Daten, die sie ihren Opfern entlocken, kündigen sie anschließend deren Vertrag mit den Stadtwerken – obwohl diese nie den Auftrag dazu erteilt hätten, berichtet Stadtwerke-Sprecher Florian Adler.

„Im Verlaufe des Telefonats wird irgendwann eine Frage gestellt, die die Opfer mit einem lauten ,Ja‘ beantworten sollen“, sagt Adler. Dieses „Ja“ wird mitgeschnitten – und anschließend als Beleg für die Zustimmung der Angerufenen zu einem Stromanbieterwechsel verwendet. Die gesammelten Informationen erhält dann der neue Stromanbieter, der sich anschließend auch um die Auflösung des Kunden-Vertrages bei den münsterischen Stadtwerken kümmert.

Was Betroffene tun können:

„Das ist unseriös, im Zweifel sogar illegal“, sagt Adler. Die Stadtwerke würden sich nie am Telefon nach der Zählernummer erkundigen – schließlich hätten sie diese ja in ihren Computern. Münsteranern, die solche Anrufe erhalten, rät er, auf keinen Fall am Telefon persönliche Daten preiszugeben und keine Frage laut und deutlich mit „Ja“ zu beantworten.

Die Opfer erhalten in der Regel nach einiger Zeit ein Schreiben, in denen sie vom neuen Stromanbieter als Kunden begrüßt werden. Adler empfiehlt Betroffenen, die gegen ihren Willen den Anbieter gewechselt haben, sich an die Stadtwerke Münster zu wenden. Sie würden sich dann darum kümmern, den ungewollten Wechsel rückgängig zu machen. Nebenbei: Nicht nur Callcenter, die mit einer Nummer aus Deutschland anrufen und für andere Anbieter arbeiten, gehen nach Adlers Einschätzung mit dieser Methode vor. „Es gibt sogar Stromanbieter, die auf diese Weise versuchen, neue Kunden zu bekommen.“

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