Aktion „Wie fair is(s)t Münster?“
Fair gehandelt im Büroalltag

Münster -

Wochenelang haben sie in Münster nach fair gehandelten Produkten gesucht, um zu schauen, ob sicher der Büroalltag auch fair gehandelt gestalten lässt. Das Ergebnis: viele Antworten – und noch mehr neue Fragen.

Samstag, 14.04.2018, 09:04 Uhr

Suchten in Welt- und Bioläden, sowie in Discountern nach fair gehandelten Produkten (v.r.): Thomas Hesselmann-Höfling, Katrin Liebert, Greta Ehlke, Natascha Schubert-Zeuch und Peter Karl Müller von der Elemente-Designagentur. Am Mittwoch (18. April) treffen sie sich mit allen Gruppen zu einer Abschlussveranstaltung.
Suchten in Welt- und Bioläden, sowie in Discountern nach fair gehandelten Produkten (v.r.): Thomas Hesselmann-Höfling, Katrin Liebert, Greta Ehlke, Natascha Schubert-Zeuch und Peter Karl Müller von der Elemente-Designagentur. Am Mittwoch (18. April) treffen sie sich mit allen Gruppen zu einer Abschlussveranstaltung. Foto: Björn Meyer

Alles sieht an diesem Morgen in der Elemente-Designagentur an der Friedrich-Ebert-Straße aus, wie es eben aussieht, wenn eine Bürogemeinschaft zusammen frühstückt. Kaffee, Tee, Kakao und Saft stehen auf dem Tisch, daneben Brötchen und Brotaufstrich, Plätzchen, Schokolade und noch einige weitere Leckereien.

Doch der erste Eindruck täuscht, denn genau genommen ist es kein normales Frühstück, zu dem sich die Agentur-Geschäftsführer Katrin Liebert und Thomas Hesselmann-Höfling mit ihren Mitarbeitern Greta Ehlke, Peter Karl Müller und Natascha Schubert-Zeuch verabredet haben. Es ist vielmehr das Ergebnis wochenlanger Bemühungen, denn anlässlich der durch die „Fairtrade Town Steuerungsgruppe Münster“ in Kooperation mit unserer Zeitung ins Leben gerufenen Aktion „Wie fair is(s)t Münster“ hat die Bürogemeinschaft geschaut, wie sich fair gehandelte Produkte in den Büroalltag integrieren lassen. Vorweg: Ganz so einfach, wie man es sich vorher vorgestellt hatte, war es nicht.

Das lag einerseits an den eigenen Erwartungen, andererseits aber auch daran, dass die Designer plötzlich mit Fragen und Problemen konfrontiert wurden, mit denen sie anfänglich gar nicht gerechnet hatten. Dass man vermutlich zehn Kilogramm zugenommen hätte, weil man so viel Schokolade probiert habe, war noch im Scherz formuliert. Ernster wurde es da schon mit den zahlreichen Siegeln, mit denen sich die Agenturmitarbeiter konfrontiert sahen. „Das überfordert den Verbraucher“, befürchtet Peter Karl Müller. Er wünscht sich daher mehr Reglementierung durch den Staat.

Die gute Nachricht für alle Fair-Trade-Jäger in Münster: Gefunden hätten sie eigentlich alles an fair gehandelten Lebensmitteln, was es für den Büroalltag brauche. sagen die Designer. Dass der Geschmack dabei von dem der bislang verwendeten Produkte abweiche, sei vor allem eine Frage der Gewöhnung, findet Thomas Hesselmann-Höfling. Bei anderen Produkten habe man passen müssen. Toilettenpapier etwa habe man nicht fair gehandelt gefunden.

Abseits der Fair-Trade-Frage, habe sich für alle Beteiligten eine ganze Reihe neuer Fragen eröffnet, denn mit der Suche, steige auch die Neugier, so Liebert. Und mit der Neugier wuchs auch die Erkenntnis, dass „die Welt größer ist“, so Hesselmann-Höfling. Bio, Regionalität, Nachhaltigkeit. „Man muss selber entscheiden, was einem besonders wichtig ist“, findet der Designer. Deutlich werde nach einigen Wochen des Schauens vor allem eines: Das Angebot sei ebenso vielfältig wie schwierig zu durchblicken.

Gerade deshalb aber sind sich die Designer unisono einig: Das Mitmachen bei dem Projekt habe das eigene Bewusstsein geschärft und Verhaltensweisen verändert. „Für uns bleibt das Thema gesetzt“, verspricht Liebert.

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