Studie
Jeder Deutsche wirft durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel weg

Münster -

Brot, Obst und Milchprodukte – sie werden oft vorschnell weggeworfen. Insgesamt landen 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne. Doch es gäbe Maßnahmen die Menge um die Hälfte zu reduzieren.

Montag, 16.04.2018, 17:40 Uhr

Studie: Jeder Deutsche wirft durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel weg
Insgesamt 82 Kilogramm Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, landen auf dem Müll. Foto: colourbox.de

Jeder Deutsche wirft im Jahr durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel in den Müll – Tendenz steigend. Für einen vierköpfigen Haushalt schlägt dies nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung mit Ausgaben in Höhe von 945 Euro zu Buche. Zusammengerechnet werfen alle deutschen Haushalte pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel weg.

Der WWF hat in einer Studie die Maßnahmen der einzelnen Bundesländer für die Vermeidung von Müll unter die Lupe genommen. Danach wäre bei einem entschlossenerem Vorgehen der Politik und einer bewussteren Haltung der Verbraucher die Menge der weggeworfenen Lebensmittel um die Hälfte reduzierbar. An der Studie hat auch das „Institut für Nachhaltige Ernährung“ der Fachhochschule Münster mitgearbeitet. „Neben dem niedrigen Preis spielt sicher auch die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln in den Märkten eine Rolle“, sagt Silke Friedrich von der FH Münster.

Viele Abfälle entstehen in Privathaushalten

Insgesamt sind die Lebensmittelverluste in Industrieländern ähnlich hoch wie in den Entwicklungsländern, sie finden lediglich auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen statt. So entsteht in den Entwicklungsländern mehr als 40 Prozent des Lebensmittelmülls nach der Ernte und bei der Verarbeitung. In Westeuropa tragen die Verbraucher die Verantwortung: 61 Prozent der Abfälle entstehen in Privathaushalten, 17 Prozent bei Großverbrauchern, 17 Prozent in der Industrie und fünf Prozent im Handel.

Neben finanziellen Einbußen und fehlendem ethischen Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln wirkt sich die Verschwendung auch negativ auf die Klimabilanz aus. Denn gerade die Erzeugung von Nahrungsmitteln bedarf einer großen Menge an Energie und Rohstoffen. Vor allem Wasser – eine Ressource, die in Entwicklungsländern immer knapper wird. Ein Grund vielleicht dafür, dass in Afrika und Südostasien jeder Verbraucher nur zwischen sechs und elf Kilo pro Jahr wegwirft.  

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