Schüler geben Sprechstunden
Nachhilfe am Smartphone

Münster -

Das Installieren der App klappt nicht, eine E-Mail ist verloren gegangen oder das Anrufen ist schwieriger als gedacht: Im Umgang mit Smartphones tun sich viele Senioren schwer. Schüler der Erna-de-Vries-Realschule wollen helfen.

Donnerstag, 19.04.2018, 09:04 Uhr

Das Smartphone hat Ernad Idrizovic (r.) immer dabei. Zusammen mit (v.l.) Dr. Susanne Götz (Bürgernetz), Manfred Poppenborg (Seniorenvertretung), Ralf Schröder (Konrektor) und den Schülern Moritz Scheck und Benjamin Knöbel gibt er bald Smartphone-Nachhilfe.
Das Smartphone hat Ernad Idrizovic (r.) immer dabei. Zusammen mit (v.l.) Dr. Susanne Götz (Bürgernetz), Manfred Poppenborg (Seniorenvertretung), Ralf Schröder (Konrektor) und den Schülern Moritz Scheck und Benjamin Knöbel gibt er bald Smartphone-Nachhilfe. Foto: anff

Ernad Idrizovic hat sein Smartphone immer in der Hosentasche. Für ihn und seine Klassenkameraden gehört das einfach zum Alltag dazu. Viele Senioren haben mit dem Umgang und den Einstellungen aber Probleme, beobachtet Manfred Poppenborg von der Kommunalen Seniorenvertretung Münster (KSVM). In der Erna-de-Vries-Realschule kommen jetzt beide Generationen an einen Tisch – und an ein Smartphone.

Bereits im Januar haben die Kommunale Seniorenvertretung und der Verein Bürgernetz eine Veranstaltung zur digitalen Kommunikation ausgerichtet. Schüler der Realschule waren mit einem Theaterstück und einer „Medienwerkstatt“ dabei. In den Pausen konnten Senioren Fragen zu Smartphone oder Tablet stellen und Tricks lernen.

Das sei „unheimlich gut angenommen worden“, so Poppenborg. Entstanden sind daraus nun Sprechstunden. Die finden an vier Terminen (26. April, 3. Mai, 17. Mai und 7. Juni) von 15 bis 17 Uhr im Raum der Seniorenvertretung im Stadthaus 1 statt. Wichtig ist dabei, wie Poppenborg sagt: „Die Schüler erklären, machen es aber nicht selbst.“

Gemeinsame Lerneffekte

Ernad Idrizovic ist als „Lehrer“ mit dabei. Er gibt bereits Computer-Kurse für Senioren, die die Realschule zusammen mit der Stiftung Bürger für Münster anbietet. „Ich engagiere mich viel ehrenamtlich“, sagt Idrizovic. Er mag es, „anderen etwas zu zeigen und ihnen zu helfen“. Auch Moritz Scheck und Benjamin Knöbel waren bei der Veranstaltung im Januar dabei und steigen nun als Handy-Profis mit ein. „Ich habe im Umgang mit Senioren auch einiges gelernt“, sagt Scheck. Apps installieren und E-Mails schreiben, das wolle man den Senioren zeigen.

Konrektor Ralf Schröder unterstützt das Engagement: „Uns ist es wichtig, Ehrenamt zu fördern und zu würdigen.“ Deshalb bekommen die Schüler am Ende ein Zertifikat ausgestellt. Schröder weiß: „Das ist vielen Firmen wichtiger als Noten in Mathe oder Deutsch.“

Die Seniorenvertretung möchte die Schulungen nicht dauerhaft anbieten, sondern einen Anstoß liefern. „Denkbar ist, es auch in die Stadtteile zu bringen“, sagt Dr. Susanne Götz vom Verein Bürgernetz. Vor allem die Arbeitskreise „Älter werden in“ könnten Anlaufstellen sein.

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