Podiumsdiskussion über das Problemviertel Bahnhof
Sicherheitsgefühl wird nicht besser

Münster -

Ein Problemviertel ist jeder Bahnhof mit Umfeld im In- und Ausland, in Münster weniger als anderswo. Dazu gab es keinen Widerspruch bei der Podiumsdiskussion der CDU-Ratsfraktion und des Arbeitskreises Innere Sicherheit der CDU Münster.

Donnerstag, 17.05.2018, 13:05 Uhr

Diskutierten Optionen der Gestaltung des Bahnhofs-Umfelds: Dr. Wolfgang Schneider (v.l.), Stefan Leschniok, Heinz Lembeck, Jürgen Tölle, Richard-Michael Halberstadt und Alexander Koch.
Diskutierten Optionen der Gestaltung des Bahnhofs-Umfelds: Dr. Wolfgang Schneider (v.l.), Stefan Leschniok, Heinz Lembeck, Jürgen Tölle, Richard-Michael Halberstadt und Alexander Koch. Foto: Andreas Hasenkamp

Vom Leitungsstab der Polizei in Münster war Jürgen Tölle gekommen, für den Drogenhilfeverein Indro Dr. Wolfgang Schneider, vom Sozialamt Heinz Lembeck, von der CDU-Ratsfraktion die Sprecher für Ordnungspolitik und für Soziales, Stefan Leschniok und Richard-Michael Halberstadt. Alexander Koch (CDU Münster) moderierte auf dem Podium im Stadtweinhaus.

15 Prozent der Straftaten in Münster fallen im Bahnhof und im Umfeld auf einem Quadratkilometer an, so Leschniok. Dazu gehörten auch Taten im Umfeld von Partys an Wochenenden, betonte Halberstadt. Das könne man nicht den Randgruppen zurechnen. Drei seien es im Wesentlichen: Obdachlose, Drogenabhängige sowie Rumänen ohne Perspektive.

Die Kriminalität sei hier rückläufig, sagte Tölle, das Sicherheitsgefühl beim Bürger aber nicht besser. Bei der Gestaltung des Umfelds wünscht Lembeck, Betroffene einzubeziehen, die über übliche Kanäle der Verwaltung kaum erreichbar seien. Problemlos sei das nicht, so Schneider, aber Interesse vorhanden. Die Abhängigen hätten Angst, verdrängt zu werden.

Die Drogen-Szene sei zwar nicht gewachsen, aber sichtbarer geworden, erklärte Schneider. Der Drogen-Raum im Indro indes werde stärker genutzt. Die Einrichtung sammle wöchentlich eine über vierstellige Zahl an Spritzen, und die mobile Spritzen-Entsorgung werde noch verstärkt.

Halberstadt betonte, dass die Strategie, Angebote zu machen und auf das Einhalten von „Spielregeln“ zu pochen, funktioniere, auch vonseiten von Punkern.

Aus dem Publikum kam teils enttäuscht klingende Kritik, auch ein Zwischenruf über „Sonntagsreden“. Eine Frau verdeutlichte, wie „dreistes Dealen“ auf offener Straße das Sicherheitsgefühl beschädige. Sie dankte der Polizei, dies abgestellt zu haben. Auch sie plädierte gegen ein Verdrängen der Szene: „Sie sind Bürger von Münster“, man müsse „auch das Hässliche sehen“.

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