Ausstellung im Naturkundemuseum
Alles nur Täuschung

Münster -

Es ist das komplexeste Organ, die Schaltzentrale für alle Handlungen und der Ursprung intelligenter Fähigkeiten. Doch manchmal lässt sich unser Gehirn leicht austricksen, wie das LWL-Museum für Naturkunde auf der Sentruper Höhe ab dem 29. Juni in seiner neuen Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ zeigt.

Donnerstag, 14.06.2018, 17:14 Uhr

Die optische Täuschung im Ames-Raum suggeriert dem Gehirn enorme Größenunterschiede, wo in Wirklichkeit keine sind.
Die optische Täuschung im Ames-Raum suggeriert dem Gehirn enorme Größenunterschiede, wo in Wirklichkeit keine sind. Foto: LWL / Christoph Steinweg

Bei verschiedenen optischen Täuschungen können die Besucher mitmachen und als Andenken ein Handyfoto mitnehmen. Zu den Täuschungen, die das Museumsteam selbst angefertigt hat, gehört der sogenannte Ames-Raum.

Wer mit nur einem Auge durch das „Guckloch“ in der Wand in den kleinen Raum schaut, bemerkt erst einmal nichts Besonderes. Es scheint sich um ein ganz normales Zimmer zu handeln, mit einer Wand im Hintergrund, auf der zwei Fenster zu sehen sind. Doch sobald sich zwei Menschen in die jeweils hinteren beiden Ecken stellen, setzt der Effekt ein: Ein Mensch erscheint riesig, der andere erscheint deutlich kleiner. Diesen Effekt können Fotokameras einfangen. Der Ames-Raum wurde nach seinem Entwickler Adelbert Ames Jr. benannt. Im Raum sind die Wände und Texturen trapezförmig verzerrt. Die rechte Wand ist wesentlich kürzer als die linke, sodass die Ecken unterschiedlich weit vom Betrachter entfernt sind. Zudem steigt der Boden nach vorne an. Doch aus einer bestimmten Perspektive wirkt das Zimmer ganz normal und unserer Wahrnehmung bleibt nur ein Schluss: nicht der Raum ist verzerrt, sondern mit den Größen der Menschen stimmt etwas nicht.

Der Ames-Raum zeigt, wie unser räumliches Sehen funktioniert. „Das Bild was wir sehen entsteht erst im Kopf. Da wir mit nur einem Auge nicht dreidimensional sehen können, verlässt sich unser Gehirn auf seine Erfahrungen. Die besonderen Winkel und der gemalte Hintergrund unterstützen die Illusion“, sagt Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier. „Zwei fast gleich große Menschen wirken unterschiedlich groß.“

Alle Museumsgäste können genau wie Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier einmal selbst probieren dem Dino der Illusionsmalerei den Weg zu versperren.

Alle Museumsgäste können genau wie Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier einmal selbst probieren dem Dino der Illusionsmalerei den Weg zu versperren. Foto: LWL / Christoph Steinweg

Eine besondere Herausforderung für die Schreiner des LWL-Museums und die Museumsmalerin Beatrix Clement war der Bau und die Bemalung des Raumes. Deshalb haben sie zuerst ein Modell angefertigt in dem sie die Winkel und die Perspektive im kleineren Maßstab genau festlegten. „Der Raum ist insgesamt sechs Meter lang und die Höhe variiert von 1,90 Meter bis 2,65 Meter. Da muss alles stimmen damit die Illusion gelingt“, erklärt Museumsschreiner Thomas Hemmerich.

Gehirn-Ausstellung

Das LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße zeigt ab dem 29. Juni die Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“. Auf 1200 Quadratmetern lernen Besucherinnen die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs kennen. Im Gehirn werden sämtliche Reize verarbeitet. Die Persönlichkeit formt sich, Gefühle entstehen, Pläne werden geschmiedet und Traumwelten erschaffen. Im Fokus der Ausstellung stehen neben dem Menschen die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere.

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