Schuss im Wohngebiet
„Tauben-Jäger“ scheitert mit Klage gegen Waffenentzug

Münster -

Diese Jagd hat ein juristisches Nachspiel. Mitten im dicht besiedelten Wohngebiet erlegte ein Jäger eine Taube – eine „Ratte der Lüfte“ – mit seinem Gewehr. Ebenjenes musste er anschließend abgeben. Vor Gericht versuchte er jetzt, sein Verhalten zu rechtfertigen.

Freitag, 13.07.2018, 21:40 Uhr

Mitten im Wohngebiet machte ein Münsteraner Jagd auf eine Taube.
Mitten im Wohngebiet machte ein Münsteraner Jagd auf eine Taube. Foto: Oliver Werner (Symbolbild)

Am Anfang stand eine Taube – auf dem Dach und auch am Teich. Für den Münsteraner, der nun am Verwaltungsgericht Klage führte, war es schlicht eine „Ratte der Lüfte“, ein Schädling, der von der Verunreinigung seines Teiches abgehalten werden musste. Der „erfahrene Jäger“ nahm sein Gewehr und schoss – was er jedoch im Wohngebiet nicht durfte. Pikantes Detail: Seine Nachbarn behaupten, die Taube sei sehr wohl auf ihrem Dach gewesen, als der Schuss fiel. Jedenfalls fiel sie tot von dort herunter, das ist unstrittig.

Dies geschah im September 2016 und führte zum Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnisse des Münsteraners. Die Begründung des Polizeipräsidiums Münster: Der Mann sei waffenrechtlich nicht mehr zuverlässig und sein Schuss in einem dicht besiedelten Wohngebiet hoch bedenklich. Dagegen nun führte der Schütze am Verwaltungsgericht Klage – vergeblich.

„Wie soll man es sonst machen?“

Der Kläger argumentierte, sein Verhalten sei nicht leichtfertig gewesen, da der Schuss in Richtung des Bodens geführt worden sei, also vom Erdreich abgefangen wurde, und sich hinter dem Tier ein Verschlag befunden hätte. Es sei ausgeschlossen gewesen, dass das Geschoss sein Grundstück habe verlassen können.

Ebenso argumentierte sein Anwalt und legte dem Gericht einen Artikel der Zeitschrift „Wild und Hund“ auf den Tisch. Darin wurde eine Gänseplage in einem Schwimmbad beschrieben. Damit die Gänse nicht das Wasser verkoten konnten, sei dort ebenfalls ein Jäger zur dortigen „Schädlingsbekämpfung“ zum Einsatz gekommen. „Wie soll man es sonst machen?“, fragte der Anwalt. „Ohne Waffen“, lächelte der Richter.

Waffen bleibt entzogen

An der Rechtmäßigkeit des Waffenentzugs ließ er kaum Zweifel zu, denn: Die „waffenrechtlichen Erlaubnisse“ würden bewusst sehr streng gehandhabt. Sie seien in die Zukunft gerichtet nach dem Motto: „Was ist zu erwarten?“ Auf Detailfragen mochte er sich nicht einlassen – etwa, dass der Kläger Jagderfahrung besitze. „Er befand sich nicht im Jagdraum.“ Der Anwalt betonte, sein Mandant sei ein integrer Mann, „kein Reichsbürger oder sonst etwas Schlimmes“.

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