Preis des Westfälischen Friedens
"Wir haben keine Angst, wir haben Deutschland"

Münster -

Lob für die Balten und Mahnung an Russland: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens in Münster die Einhaltung rechtlicher Grundlagen im Verhältnis von Staaten eingefordert. Er sprach konkret die Annexion der Krim durch Russland an.

Sonntag, 15.07.2018, 13:59 Uhr

Preis des Westfälischen Friedens: "Wir haben keine Angst, wir haben Deutschland"
Die Staatspräsidentin Litauens, Dalia Grybauskaite, lobte in ihrer Dankesrede das Engagement Deutschlands auf der internationalen Bühne. Foto: Oliver Werner

„Eine Welt, die Recht und Regelhaftigkeit als schwächlich-idealistisches Gerede verachtet, wird zur Arena des Jeder gegen Jeden - eine Arena, in der die Großen durchsetzen, was sie wollen, während die Kleinen erleiden, was sie müssen”, sagte Steinmeier anlässlich der Verleihung des Intenationalen Preises des Westfälischen Friedens am Samstag im münsterischen Rathaus. Dieser Grundsatz sei durch die Annexion der Krim verletzt worden. 

Den Preis erhalten in diesem Jahr die drei Staatspräsidenten der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie der Ring der Deutschen Pfadfinder.

Preis des Westfälischen Friedens 2018 wird verliehen

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  • Am Samstag wurde in Münster der Preis des Westfälischen Friedens verliehen. Die Fotos des Ereignisses:

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Preisverleihung in Münster mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Armin Laschet und den Präsidenten Kersti Kaljulaid (Estland), Dalia Grybauskaite (Litauen) und Raimonds Vejonis (Lettland) und die Organisation der Pfadfinder.

    Foto: Wilfried Gerharz, Oliver Werner, Jürgen Peperhowe
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstagmorgen auf Münsters Prinzipalmarkt an.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Bundespräsident hält am Samstag die Laudatio auf die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die den Preis des Westfälischen Friedens verliehen bekommen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Staatsbesuch ist noch kurz Zeit für ein kurzes Bad in der Menge.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An der Seite des Bundespräsidenten: Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (l.)

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Bundespräsident verbreitet gute Laune.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Rathaus warten Steinmeier und Lewe...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...auf den Staatsbesuch.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist nach Münster gekommen. Er hält die Laudatio für die Ringe Deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die den Jugendpreis erhalten.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Prinzipalmarkt wird für die Verleihung des Friedenspreises gesperrt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Delegation der Pfadfinder darf natürlich an den Absperrungen vorbeilaufen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) verliehen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Steinmeier war schon zu seiner Zeit als Außenminister in der Jury des Friedenspreises, der alle zwei Jahre verliehen wird.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auf dem Prinzipalmarkt erwartet er den hohen Besuch.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch Oberbürgermeister Markus Lewe und seine Frau Maria warten auf die Staatsgäste.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid betritt den roten Teppich...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...und wird von dem Bundespräsidenten herzlich begrüßt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Staatsoberhäupter nehmen den Preis stellvertretend für die Menschen in ihren Ländern entgegen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der lettische Präsident Raimonds Vējonis...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...wird von Steinmeier auf dem roten Teppich empfangen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Präsident Lettlands...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...hat seine Frau Iveta Vējone...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...mit nach Münster gebracht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Während im Hintergrund Schaulustige hinter den Absperrungen stehen, wird...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...auch Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaitė begrüßt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vom roten Teppich geht es für die Staatsoberhäupter in das historische Rathaus.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) begrüßt die Gäste im Friedenssaal.

    Foto: Oliver Werner
  • Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) begrüßt die Gäste im Friedenssaal.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Festsaal des Rathauses werden die Preise verliehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Festsaal des Rathauses werden die Preise verliehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Dr. Benedikt Hüffer, Zweiter Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe begrüßt die Anwesenden und... 

    Foto: Oliver Werner
  • ...die Zuschauer der Liveübertragung. Der WDR sendet die Preisverleihung im Fernsehen und in einem Livestream.

    Foto: Oliver Werner
  • Public Viewing auf der Stubengasse: Hier wird die Friedenspreisverleihung live übertragen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Oberbürgermeister Markus Lewe heißt die Gäste in Münster willkommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Reden werden von Dolmetschern simultan übersetzt.

    Foto: Ralf Repöhler
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Laudatio auf die drei baltischen Staaten.

    Foto: Oliver Werner
  • Dr. Benedikt Hüffer übergibt die Urkunden an die Staatsoberhäupter.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Preis, in Form einer Pferdestatue, wird vom Bundespräsidenten übergeben.

    Foto: Oliver Werner
  • Steinmeier und Hüffer applaudieren den Preisträgern (v.l.) Dalia Grybauskaitė (Litauen), Kersti Kaljulaid (Estland) und Raimonds Vējonis (Lettland).

    Foto: Oliver Werner
  • Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaitė bedankt sich für den Preis.

    Foto: Oliver Werner
  • Lettlands Präsident Raimonds Vējonis betonte die Werte Europas.

    Foto: Oliver Werner
  • Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid erinnerte an durch die Sowjetunion zerstörte Orte in ihrer Heimat.

    Foto: Oliver Werner
  • Armin Laschet hielt die Laudatio für die Pfadfinder und lobte ihren Einsatz für andere: „Es geht nicht darum, immer nur an sich zu denken. Wer immer First für sein Land fordert, verspielt auch die Demokratie und Freiheit im Inneren.“

    Foto: Oliver Werner
  • Eine Delegation der Pfadfinder nahm stellvertretend den Jugendpreis entgegen.

    Foto: Oliver Werner
  • Anschließend ging es auf den Rathausbalkon.

    Foto: Oliver Werner
  • Vom Sentenzbogen des Stadtweinhauses grüßten die Preisträger die Menschenmenge auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
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  • Foto: Wilfried Gerharz

Lob für den Mut der Balten

Steinmeier lobte den Mut der Balten sowohl in den Jahren der Revolution als auch ihrer Unabhängigkeitbestrebungen Ende der 90er Jahre. „Diese Staaten stechen in ihrer hundertjährigen Geschichte heraus - sie stechen heraus in ihrer unbeugsamen Liebe zur Freiheit”, sagte Steinmeier im Rahmen des Festaktes im historischen Rathaus vor Hunderten geladenen Gästen. „Aufgrund Geschichte, Größe und geographischen Lage wissen die baltischen Länder besser als andere, was eine solche Welt an Gefahren und an Leid bedeuten kann”, stellte der Präsident in seiner Laudatio einen aktuellen Bezug her. Die drei baltischen Staaten kennen und schätzen den Wert einer Rechtsgemeinschaft, sie kennen die Bedeutung von Allianzen und das kostbare Gut der Gleichberchtigung zwischen Staaten, den großen wie den kleinen. „Das sollte man auch jenseits des Atlantiks zur Kenntnis nehmen.” Deshalb sei das Bekenntnis der Länder sowohl zur EU als auch zur Nato wichtig und vorbildlich.

Preis des Westfälischen Friedens für die baltischen Staaten

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  • Die Staaten Estland, Lettland und Litauen bekommen am 14. Juli in Münster den Internationalen Preises des Westfälischen Friedens verliehen. Damit werden deren intensiven Bemühungen um eine Integration ins westliche Wertesystem von Demokratie und Freiheit gewürdigt.

    Foto: dpa
  • Ein Beispiel: Am 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes am 23. August 1989 demonstrierten Hunderttausende von Bürgern gegen die aus dem Pakt resultierende Annektion ihrer Heimat durch die Sowjetunion. 

    Foto: dpa
  • Eine mehr als 600 Kilometer lange Menschenkette erstreckte sich durch die drei baltischen Republiken Lettland, Litauen und Estland.

    Foto: dpa
  • Am 14. Juli kommen die drei heutigen Staatsoberhäupter nach Münster: Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid,...

    Foto: dpa
  • ...die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė und...

    Foto: dpa
  • ...der lettische Präsident Raimonds Vējonis.

    Foto: dpa

Der Zweite Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, Benedikt Hüffer, erinnerte in seiner Eröffnungsrede ebenfalls an den starken Willen der Balten, eine funktionierende Demokratie zu etablieren, die sich fest zu den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und zu den universellen Menschenrechten und zu freier Marktwirtschaft und zur Europäischen Union bekennen. Der Grundgedanke des von westfälischen Unternehmern gestifteten Preises sei der Ruf der Wirtschaft nach Frieden und Stabilität. „Hier liegt die Motivation, mit diesem Preis ein starkes Zeichen zu setzen.”

„Die Welt steht Kopf”

Gleichzeitig ging Hüffer auch auf die Verleihung des Preises an die Pfadfinderbewegung ein. „Wenn die Zukunft der Jugend von heute gehört, dann ist es besonders wichtig, ein Engagement dieser jungen Generation für Verantwortung im Miteinander, für Toleranz und somit für nachhaltig stabile Vehältnisse auszuzeichnen”, so Hüffer weiter.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe machte den Stolz seiner Stadt deutlich, die Staatspräsidenten an diesem Ort des Friedens begrüßen zu dürfen. „1648 wurden hier durch Verträge das Elend des Krieges und der Zerstörung beendet”, sagte Lewe. Erstmals wurde ein Frieden durch Vertrag gegründet - dieser „Anspruch” ist gerade in diesen unruhigen Zeit wichtiger denn je. „Die Welt steht Kopf. Deswegen ist dieses Zeichen des Friedens heute fast wichtiger denn je.”

Als wir durch Münster gefahren sind, dachte ich: Hier gibt es nur Fahrräder und Kaninchen.

Dalia Grybauskaite, Staatspräsidentin Litauens

Die Staatspräsidentin Litauens, Dalia Grybauskaite, sagte in ihrer Rede, dass ihr Land keine Angst habe - auch nicht vor dem großen Nachbarn im Osten. „Wir haben Deutschland, wir stehen Schulter an Schulter mit Euch.” Die Werte von Europa seien herausgefordet, jetzt und in Zukunft. „Wir stehen zusammen.” Grybauskaite lobte das Engagement Deutschlands auf der internationalen Bühne.

Laschet lobt Pfadfinder

Das Engagement der Pfadfinder wurde von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gewürdigt. Der Einsatz über Religionen, Schichten und Ansichten hinaus sei beispielhaft für ein Zusammenleben in der Gesellschaft. „Es geht nicht darum, immer nur an sich zu denken. Wer immer First für sein Land fordert, verspielt auch die Demokratie und Freiheit im Inneren“, sagte Laschet in seiner Laudatio. Gleichzeitig fordert er weiteres Engagement - auch und gerade in Zeiten wachsender Intoleranz.

Im Anschluss an den Festakt, der auch in die baltischen Staaten live übertragen wurde, zeigten sich die Preisträger auf dem Sentenzbogen des Rathauses. Freundlicher Beifall begleitete den Auftritt der vier Präsidenten an diesem sonnigen Tag, der als Zeichen des Friedens weit über Westfalens Grenzen hinaus Bedeutung erlangen wird.

 

Westfälischer Friedenspreis: Die bisherigen Preisträger

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  • Jordaniens König Abdullah II. erhielt den Friedenspreis im Jahr 2016.

    Foto: dpa
  • Mit dem Preis des Westfälischen Friedens wurden im Jahr 2014 die „International Space Station“ (ISS) und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geehrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Jahr 2012 an Helmut Schmidt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 2010 wurde der Dirigent und Pinanist Daniel Barenboim mit dem Preis geehrt.

    Foto: Kim Graf
  • Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde 2008 mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt.

    Foto: A1885 epa Keystone Sandro Campar
  • 2006 erhielt der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing den Preis.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der Dirigent Kurt Masur wurde im Jahr 2004 ausgezeichnet.

    Foto: dpa
  • Im Jahr 2002 ging der Friedenspreis an die ehemalige Bundesanwältin der Schweiz: Carla Del Ponte

    Foto: Martial Trezzini
  • Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wurde 2000 mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet.

    Foto: A2942 Ingo Wagner
  • 1998 erhielt Vaclav Havel (links im Bild), Schriftsteller und ehemaliger tschechischer Staatspräsident, den Preis des Westfälischen Friedens.

    Foto: dpa

 

Kommentar: Unberechenbare Nachbarn und Partner

Die zeitliche Nähe zwischen dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2018 und dem Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki dürften die Organisatoren der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe bei ihrer Entscheidung nicht geahnt haben. Und doch ist das Bekenntnis der Laudatoren, der Jury und auch der drei Preisträger zu Freiheit, zur Demokratie und zu der Achtung des Völkerrechts wohl selten so aktuell gewesen wie in diesen Tagen der diplomatischen Unruhe. Nicht erst seit der Annexion der Krim durch die russische Armee ist die Angst der drei baltischen Staaten vor dem großen und unberechenbaren Nachbarn Russland wieder gewachsen. Lettland, Litauen und Estland haben 1989 ein beeindruckendes Zeichen ihres Freiheitswillens gesetzt - und sind damit würdevolle Preisträger. Das Lob der litauischen Präsidentin an Deutschland für die geleistete und aktuelle Unterstützung in Nordost-Europa hat das Bewusstsein noch einmal geschärft, dass unser Land seinen Beitrag leistet für die Stabilität Europas - allen Vorwürfen Trumps entgegen. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat noch einmal erklärt, dass sich Deutschland nie mit der Annexion der Krim abfinden wird. Er sprach von dem kostbaren Gut der Gleichberechtigung der großen wie der kleinen Staaten - und hat damit auch an den anderen Protagonisten auf der Weltbühne gedacht haben, der bald in Helsinki eintreffen wird. Für Trump ist Politik, ist Diplomatie nichts anders als ein Deal, wo der Stärkere mehr durchsetzen kann. Doch genau dies widerspricht dem hohen Geist des Westfälischen Friedens. Es ist gut, dass in Münster am 14. Juli 2018 daran erinnert wurde.

- Frank Polke

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