Nachrichten Münster

Fr., 05.03.2010

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Bus-Dauerkarte für alle Schüler

Von Karin Völker

Münster - Die Schüler-­Busfahrten kosten die Stadt Münster jährlich „einen Millionenbetrag - Geld, das viel besser angelegt werden könnte“, meint SPD-Ratsherr Dr. Michael Jung. Seine Fraktion bringt bei der nächsten Ratssitzung einen Antrag ein, nach dem die Finanzierung der Schülerfahrten für die Stadt kostenneutral umgestellt werden soll. Konkret soll für alle Schüler der weiterführenden Schulen ein Ticket angeboten werden, das rund um die Uhr gilt. Der Preis soll pro Monat maximal zehn Euro betragen. Die bisher von der Stadt gezahlten Leistungen sollen in die Subventionierung der Dauerkarte für alle fließen.

Das bisher geltende, von der Stadt finanzierte Schülerticket ist „kompliziert und nicht mehr zeitgemäß“, erklärt SPD-Ratsherr Thomas Fastermann. Größtes Problem: Das Ticket, das die Stadt Kindern zahlt, die mehr als 3,5 Kilometer (5. bis 10. Klasse) und mehr als fünf Kilometer (ab 11. Klasse) von ihrer Schule entfernt wohnen, gilt nur bis 14 Uhr. Sehr häufig dauert die Schule aber länger. Für diesen Fall bieten die Stadtwerke momentan das nachmittags und am Wochenende geltende „Fun-Ticket“ für 10,80 Euro.

„Warum nicht für alle Schüler ein bezahlbares Angebot schaffen?“, fragt Jung. Von der Geschäftsführung der Stadtwerke gebe es für den Vorschlag positive Signale. Vor einer Veränderung sollen aber die Stadtwerke zunächst die Meinung der Eltern und Schüler einholen und den tatsächlichen Bedarf klären.

Frühestens zum Schuljahr 2011/12 könnte es also eine günstige Netzkarte für alle rund 20 000 Jugendlichen in Münsters allgemein bildenden weiterführenden Schulen geben. Hinzu kommen noch die Berufsschüler, die häufig aus dem Umland nach Münster pendeln. Hier gelte es, eine weitergehende Vereinbarung mit den regionalen Verkehrsbetrieben zu schließen.

Für Familien mit mehreren Kindern möchte die SPD Vergünstigungen schaffen. Für das zweite Kind solle es einen Rabatt geben, das dritte und jedes weitere Kind sollen kostenlos das Ticket nutzen können. „In Aachen gibt es mit einem ähnlichen Modell gute Erfahrungen“, so Jung. Mit dem neuen Universalticket hätten die Schüler ähnliche Vorteile wie Studenten. Sie haben mit dem Semesterticket automatisch freie Fahrt im Nahverkehr.


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