Nachrichten Münster

Mi., 03.03.2010

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Grüne Spitzenkandidatin will Gemeinschaftsschulen

NRW-Spitzenkandidaten Sylvia Löhrmann (M.) mit der münsterischen Kandidatin Josefine Paul und Kreisvorstands-Sprecher Daniel Sandhaus.Foto: (kal)
Von Martin Kalitschke

Münster - Das Wort „Gesamtschule“ möchte die Spitzenkandidatin der Grünen für die bevorstehende Landtagswahl, Sylvia Löhrmann, lieber nicht in den Mund nehmen - um nicht die „alten Gräben“ wieder aufzureißen. Stattdessen will sich ihre Partei im bevorstehenden Wahlkampf für „Gemeinschaftsschulen“ stark machen, so Löhrmann am Rande einer Stippvisite in der münsterischen Grünen-Geschäftsstelle. Ziel sei es, dass die Schüler „länger gemeinsam lernen“ können - und zwar mindestens bis zur sechsten Klasse. Im gleichen Gebäude, von Lehrern, die einem einzigen Kollegium angehören - so könnten zuweilen „demütigende Schulwechsel“ vermieden werden.

Was die Grünen vorhaben, wollen nach Löhrmanns Einschätzung auch viele Eltern - allein, die aktuelle Landesregierung sperre sich gegen Innovationen, die doch dringend erforderlich seien. Die Spitzen-Grüne verweist auf die desaströsen Anmeldezahlen an den Hauptschulen, erklärt zudem die Hauptschul-Offensiven der Landesregierung für gescheitert. Bei der Schulpolitik, so ihre Einschätzung, sei vor allem bei der CDU keinerlei Bewegung zu spüren.

Einer Partei, die im Vorfeld der bevorstehenden Landtagswahl immer wieder als möglicher Koalitionspartner der Grünen ins Spiel gebracht wird. „Schwarz-Grün ist eine Option, aber kein Wunsch“, stellte Löhrmann gestern klar. Ausschließen wollte sie diese Farbkombination indes ebenso wenig wie Josefine Paul, Landtagskandidatin der münsterischen Grünen. Kooperationen nach der Wahl sollten sich „nicht an Farben, sondern an Inhalten“ orientieren, so Paul.

Viele Parteimitglieder in Münster können sich ein solches Bündnis jedoch nur sehr schwer vorstellen, betonte Kreisvorstands-Sprecher Daniel Sandhaus. „Hier gibt es eine extrem große Skepsis gegen Schwarz-Grün. Momentan kann sich niemand vorstellen, dass es dazu kommt.“ Die Kombination Rot-Rot-Grün ist seiner Ansicht „die naheliegendere“.


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