Nachrichten Münster

Di., 09.03.2010

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Herzdruckmassage für Profis

Dirk Adorf, Dr. Andreas Bohn und Christian Riepegerste (v.l.) zeigten gestern, wie´s funktioniert: das Feedback-System, mit dem die Wiederbelebung von Patienten erfolgreicher ist als ohne das Sensoren-System. Foto: (Oliver Werner)
Von Martina Döbbe

Münster - Bitte Hand aufs Herz. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht ängstlich. Und nicht zimperlich. Denn bei einem Notfall - sprich Herzstillstand - kommt es auf jede Sekunde an. Und die Herzdruckmassage kann Leben retten. Natürlich erwartet niemand, dass ein Laie das so gut kann wie ein Profi, aber: „Studien haben ergeben, dass auch bei Fachleuten Defizite vorhanden sind. Nur in 27 Prozent aller Fälle wird alles richtig gemacht“, zitiert Dr. Andreas Bohn aus einer Untersuchung.

Richtig heißt: 100 Massagen pro Minute bei einer Drucktiefe in den Brustkorb von vier bis fünf Zentimetern, erläutert der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr. Münster. Die kann dabei seit gut drei Jahren auf technische Unterstützung setzen: Ein elektronisches Feedback-System gibt durch Signale die Frequenz vor und prüft auch, wie tief der Brustkorb gedrückt wird. „Dadurch bekommen Rettungsassistenten und Notärzte stets die Sicherheit, dass sie alles richtig machen“, erläutert Fritz Burrichter, weshalb die Feuerwehr alle Rettungs- und Notarztwagen mit diesem System ausgerüstet hat und auf diese Hilfe setzt.

Nicht ohne Stolz fügt der stellvertretende Feuerwehrchef hinzu: „Nach unseren Informationen sind wir in Deutschland der einzige Rettungsdienst, der diese Technik eingeführt hat.“ Und: Dadurch erkläre sich vielleicht die Spitzenposition, mit der die münsterschen Rettungsdienstler in puncto Reanimation punkten könnten: „Der Anteil der Menschen, bei denen das Herz wieder zum Schlagen gebracht werden kann und die lebend ins Krankenhaus transportiert werden können, liegt bei 48 Prozent. Bei den Patienten, bei denen Ersthelfer bereits vorher mit der Wiederbelebung begonnen haben, steigt die Erfolgsquote sogar auf 56 Prozent“, zieht die Feuerwehr Bilanz.

Und: Deshalb ist ihr auch so wichtig, den Menschen Mut zu machen, die als erste bei einem Unfall sind oder einen Herzinfarkt in direkter Nähe miterleben. „Ohne Erste-Hilfe-Maßnahmen durch die Bürger sähe es schlechter aus“, möchten die Profis den Laien buchstäblich ans Herz legen, „mit der Wiederbelebung beherzt zu beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft“.

Wer sich nicht sicher fühle, „der sollte im Erste-Hilfe-Kursus sein Wissen auffrischen“, lautet die Bitte. Denn dadurch rücke man dem Ziel gemeinsam noch näher: „Wir alle wollen ja Leben retten.“


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



Anzeige

WN-Mobil Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

WN-Aktionen

Verzaubernde Show
Prachtvolle Pferde, atemberaubende Reitkunst - "Apassionata" ist ein Fest für die Sinne und eine Hommage an das Tier. mehr...

Wilde Kreatürken
Die WN präsentieren Bülent Ceylan mit seinem neuen Programm am 10. Mai in der Halle Münsterland. mehr...

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...

Anzeige