Nachrichten Münster
So., 02.05.2010
Josefine Paul: Grüne Fußballerin wartet auf den Anpfiff
|
|
Münster - Ein alteingesessener Münster-Kenner habe ihr mal gesteckt, dass es in dieser Stadt eigentlich nur zwei politische Milieus gebe: das konservative und das grüne... Josefine Paul lächelt und fügt gleich hinzu, dass sie von schwarz-grün nicht viel hält, auch weil die münsterischen Grünen doch eher nach links tendieren. Aber die Sache mit der lebenswerten Stadt und ihrer ganz besonderen Mischung habe doch was für sich: „Es ist einfach schön hier, und ich fühl mich hier sauwohl.“ Kein Wunder, dass das Gespräch mit der grünen Landtagskandidatin direkt am Kreativkai stattfindet, diesem Lieblingsplatz der jungen Stadt: „Man trifft ganz Münster hier.“
Sollte das klappen mit dem Landtagsmandat für Münster-Süd, würde sich die 28-Jährige auf die Pendelei mit der Bahn einstellen - es sind ja nur eineinhalb Stunden bis Düsseldorf. Aber klappt es denn? Josefine Paul steht auf Platz 19 der Landesliste. Sie sagt, das sei ein sicherer Platz. Die Prognosen sagen: Sie ist nicht chancenlos. Es wird spannend für Josefine Paul.
Ans dauernde Zugfahren ist sie jedenfalls gewöhnt: Die studierte Historikerin unterrichtet an einem Dortmunder Gymnasium Politik. Ihre Doktorarbeit schiebt sie auch noch vor sich her, Arbeitstitel: „Die Geschichte des Frauenfußballs.“ Versteht sich, dass sie mitreden kann - Josefine Paul trifft für Saxonia Münster, seit 15 Jahren spielt sie Fußball.
Die Politik ist sogar noch länger ihre Sache. Aufgewachsen in Helmstedt nahe der innerdeutschen Grenze (und des DDR-Atommülllagers Morsleben), gründete sie unter dem Eindruck der Brandanschläge von Rostock 1992 an ihrer Schule eine Initative gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit. So gehört sich das in einer Familie, in der eigentlich jedes Mitglied bei den Grünen engagiert ist.
1999 trat Josefine Paul in die Partei ein. Und machte Karriere: etwa im Landesvorstand der grünen Jugend, als Frauenreferentin der Grünen in Niedersachsen, im münsterischen Kreisvorstand, als Parteisprecherin. Auch in Münster, wohin sie 2004 zum Studieren kam, kümmerte sie sich um Frauen- und Hochschulpolitik. Und natürlich um Sport, dem sie in Sachen Persönlichkeitsbildung und soziale Integration viel zutraut. „Im Sport ist es wie in der Politik“, sagt sie. „Nach dem Anpfiff wird gefighted, es gibt auch mal ein Foul - aber danach trinkt man zusammen ein Bierchen.“
|
|
Anzeige
InserierenWN-Mobil Anzeigen
Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region
