Nachrichten Münster

Mi., 28.07.2010

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Medizin muss weiblicher werden

Im Planungskomittee für junge Ärztinnen und Medizinstudentinnen (v.l.): Katharina Schütte-Nüttgen, Inke Dönch, Bettina Pfleiderer, Anne Grund, Heike Beckmann.
Von Karin Völker

Münster - Sie sind mit ihren grün-weißen Schärpen und prächtigen Gewändern im Stadtbild nicht zu übersehen: Die Nigerianerinnen sind mit 214 Gästen die größte Nationen-Vertretung beim Weltärztinnenkongress, der jetzt in Münster begonnen hat. „Ein Land, in dem Frauen in der Medizin eine immer wichtige Rolle spielen“, sagte gestern Waltraud Diekhaus, Vizepräsidentin des Weltärztinnenbundes. 650 Ärztinnen nehmen an der Tagung im Fürstenberghaus teil - und sie alle finden, dass in der Medizin die Weiblichkeit eine wichtigere Rolle spielen muss.

Beispiel Suchtkrankheiten, speziell das Rauchen: Während Männer meist in sozial entspannten Situationen rauchen, inhalieren Frauen Nikotin, wenn sie gestresst sind. „Bei Entwöhnungstherapien ein wichtiger Unterschied“, sagt Prof. Bettina Pfleiderer, wissenschaftliche Leiterin des Kongresses.

Auch dies hat sie festgestellt: In islamischen Ländern leiden Frauen wegen der gesellschaftlichen Normen fast nie an Nikotinsucht - aber zunehmend an Internetabhängigkeit. Grundsätzlich berücksichtige die Forschung unzulänglich, dass Frauen häufig besondere Therapien brauchen.

„Es fängt damit an, dass künstliche Gelenke für Frauen oft zu groß sind“, so Dr. Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Auch bei Medikamententests werde nach wie vor zu selten auf die Besonderheiten des weiblichen Organismus geachtet.


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