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Sa., 31.07.2010

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Münsterischer Student erfolgreich: Strom für Slums

Kai Hermsen, Tinneke Franssen und Karel Vanacker (v.l.) nahmen in Shanghai vor der Wolkenkratzer-Kulisse den Preis entgegen.
Von Karin Völker

Münster - Studieren ist heute fast immer mit Erfahrungen im Ausland verbunden. Im Studium des Münsteraners Kai Hermsen geht es besonders international zu. Als er kürzlich mit zwei Kommilitonen aus den Niederlanden und Belgien zur Preisverleihung im Wettbewerb zur Nachhaltigkeit von riesigen Städten auf der Expo im chinesischen Shanghai anreiste, sprachen alle dort nur vom „irischen Team“. Doch der Reihe nach.

Kai Hermsen ist Münsteraner, seine Eltern leben hier, Münster ist sein Wohnsitz. Aber Kai Hermsen gehört zu den Münsteranern, die es nach einer kaufmännischen Berufsausbildung zum Studieren in andere Städte trieb. Sein Bachelor-Studium in „International Business“ absolvierte er an der niederländischen Universität Maastricht, inzwischen ist er im Master-Studium „International Management“ an der Erasmus-Universität in Rotterdam. Dazu gehört aber auch ein Auslandssemester. Dieses wiederum absolvierten Kai Hermsen und seine Rotterdamer Studienkollegen Tineke Franssen aus den Niederlanden und Karel Vanacker aus Belgien im irischen Dublin.

„Wir wollten eigentlich nur mal nach Shanghai“, erzählt der 27-Jährige Hermsen, warum er sich mit seinen Freunden an dem Wettbewerb der Tsinhua-Universität Shanghai und der Pariser Hochschule HEC beteiligt hat. Am Ende gehörte das deutsch-niederländisch-belgische Trio mit der Bewerbung von der Uni Dublin unter 300 Einsendungen zu den besten fünf Teams, die zu einer Reise nach Shanghai eingeladen wurden und darüber hinaus einen Geldpreis gewannen. Prämiert wurde ihr Geschäftsmodell „Solar Change“ vor allem wegen seiner sozialen Komponente, erzählt Hermsen.

Die drei siegreichen Studenten entwickelten die Idee, wie sie arme Bewohner in Slums von sogenannten „Megacities“ über zehn Millionen Einwohner mit elektrischer Energie versorgen können. Ihr robustes Gerät aus Solarzellen, nicht teurer als 1000 Dollar, benötigt eine geringe Standfläche und ist sofort einsetzbar. In vielen Entwicklungsländern könnten die Menschen in den oft provisorischen Unterkünften der Slums ihren Lebensstandard so deutlich verbessern, sagt Hermsen. Das Ziel der Idee sei es, die Energieversorgung in Slums „sicher, zuverlässig, nachhaltig und sozial zu machen“, ein Konzept, das nicht nur den Juroren gefiel. Auch bei den großen chinesischen Zeitungen und weiteren internationalen Medien stieß die Idee auf Interesse.

Eine gute Woche durfte sich Kai Hermsen mit den Freunden in Shanghai umsehen. Jetzt sitzt er an seiner Masterarbeit. Parallel knüpft Hermsen Kontakte, um die Idee „Solar Chance“ tatsächlich zu realisieren. Mit der französischen Firma „Schneider electric“ haben die Noch-Studenten bereits einen Partner gefunden.

Es bleibt international im Leben von Kai Hermsen. Zu Hause in Münster ist er meistens „nur im Urlaub - das aber richtig gern“.


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