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Fr., 18.12.2009

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Neuer Anlauf für den „Neuhafen“

So sahen die Pläne des Architektenduos Kresing/Deilmann aus. Ob sie bei der europaweiten Ausschreibung noch einmal auf den Tisch kommen, ist völlig offen.

Münster - Ein Jahr, nachdem die Pläne für ein neues Stadtquartier am Hafen („Wohnen am Wasser“) baden gingen, weil der Rat kalte Füße bekam, nimmt das Projekt - wenn auch mit ganz anderen Vorzeichen - jetzt einen neuen Anlauf. Die Stadtwerke haben ein europaweites Vergabeverfahren für das ehemalige Osmo-Gelände zwischen der Schillerstraße und dem Stadthafen vorbereitet, das zunächst den Aufsichtsrat und anschließend wohl auch die Ratsgremien beschäftigen wird.

Rückblende: Die Architekten Andreas Deilmann und Rainer Kresing hatten vom Insolvenzverwalter die Osmo-Hallen erworben und wollten weitere 15 000 Quadratmeter am Stadthafen von den Stadtwerken zukaufen - um auf dem Gesamtgelände das Projekt „Neuhafen“ mit rund 400 Wohnungen zu realisieren.

Der Verkauf war auch schon weitgehend vorbereitet. Doch plötzlich tauchten immer mehr Klippen im Hafenbecken auf: Erst wurde bekannt, dass es noch andere Bewerber für das Areal gegeben hatte. Dann fragte sich der Rat, warum die Kommunalpolitik darüber nicht rechtzeitig informiert worden war - und ob die geplante freihändige Vergabe überhaupt rechtens sei. Und nachdem auch eine Kanzlei eingeräumt hatte, sie halte das gewählte Verfahren für nicht „unangreifbar“, wurde der Grundstücksverkauf gestoppt.

Jetzt soll, um allen Fallstricken aus dem Wege zu gehen, ein europaweites Vergabeverfahren stattfinden - das neben dem 15 000 Quadratmeter-Grundstück der Stadtwerke (Mindestkaufpreis: 5,25 Millionen Euro) auch 30 000 Quadratmeter aus der Osmo-Insolvenzmasse umfasst. Ziel ist es, die Grundstücke gemeinsam zu vermarkten und zu entwickeln. Vorgesehen ist ein zweistufiges Vergabeverfahren: In der ersten Wettbewerbsrunde sollen maximal drei Investoren gefunden werden, die in die entscheidende zweite Verhandlungs- und Bieterrunde kommen.

Parallel dazu wollen die Stadtwerke gut zwei Millionen investieren, um ihr Heizkraftwerk (inklusive einer möglichen Erweiterung um eine dritte Turbine) schallschutztechnisch so auszustatten, dass es sich auch mit hochwertiger Wohnbebauung in der Nachbarschaft verträgt.

Angesichts der Kaufpreiserwartungen, der Altlastenrisiken und der Tatsache, dass eine Wohnnutzung erst nach Aufgabe des Gefahrgutlagers möglich ist (der Pachtvertrag läuft bis 2016), nennt die Geschäftsführung der Stadtwerke das geplante Ausschreibungsverfahren nicht ohne Grund „sehr ambitioniert“.


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