Nachrichten Münster
Sa., 16.01.2010
Niederländer diskutieren bis zum Ende
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Münster - Peter L. Wilson hat für Niederländer gebaut. Und für Deutsche. Jetzt plant er ein Projekt in Hamburg, bei dem Investoren aus beiden Ländern im Boot sind. Und der britische Architekt aus Münster hatte gestern Abend im Haus der Niederlande einen guten Rat für seine Kollegen parat: „Planen Sie nie für Niederländer und Deutschen zusammen.“
„Architektur jenseits der Grenze“, so heißt die Ausstellung, die vom Bund Deutscher Architekten, dem Bond Nederlandse Architekten und dem Architectuurcentrum Twente zusammen gestellt und gestern eröffnet wurde. Sie zeigt eindrucksvolle Beispiele meist öffentlicher Bauten aus den Niederlanden. So etwa Gebäude, die im Enschede Ortsteil Roombeek entstanden, der 2000 von einer Feuerwerkskörper-Explosion verwüstet wurde.
In den Niederlanden, fasste Peter Wilson seine Erfahrungen zusammen, seien Verträge immer offen, würden bis zum Ende diskutiert. Wenn da die Honorare am Anfang gering erschienen, gleiche sich das nachher aus, weil man immer wieder - bezahlt - nachplanen dürfe.
In Deutschland, karikierte der Architekt, „werden vertraglich erst mal alle Probleme gelöst.“ Für echte architektonische Stildiskussionen bleibe dann nachher kaum noch Zeit.
Die teilweise preisgekrönten Beispiele, die in der Ausstellung zu sehen waren, sprachen da eine deutlicher Sprache: Klare Linien, reduzierte Baukörper, große Funktionalität prägte sie. Und gewagte Fassaden sowie ein eleganter Umgang mit dem umgebenden Raum.
Johan Schepers aus Twente begrüßte die Besucher als niederländischer Organisator. Die gegenwärtig Baukrise, sagte er, habe auch etwas Gutes: „Bauen unter Druck hemmt die Entwicklung der Architektur.“ Der derzeitige Mangel an Aufträgen führe eher dazu, dass Qualität und Visionen wieder stärker in den Vordergrund gerieten.
Für Achim Dejozé vom DBA Münster-Münsterland gibt es große Unterschiede diesseits und jenseits der Grenze: „Die Niederländer tragen Architektur viel stärker in die Stadtgesellschaft hinein als wir das gewohnt sind.“ So offen wie die Diskussionen wirken auch viele der Gebäude.
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