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Fr., 03.09.2010

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Nina Hagen, Campino, Uriah Heep: Jovel-Chronistin fotografierte sie alle

Heike Wellermann mit einem Foto, das sie vor mehr als 20 Jahren bei einem Uriah-Heep-Konzert im Jovel gemacht hat. (Foto: Martin Kalitschke)
Von Martin Kalitschke

Münster - Dass Nina Hagen eine „echt verrückte Nudel“ ist, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Heike Wellermann hat diesen Eindruck jedoch nicht vor dem Fernseher gewonnen - sondern bei einem munteren Backstage-Pläuschchen am Rande eines Hagen-Konzerts im Jovel, irgendwann vor 30 Jahren. „Sie wurde gerade geschminkt, wir kamen schnell ins Gespräch - es war einfach klasse.“

Ihre Fotokamera ließ sie in diesem Moment in der Tasche, schade eigentlich, es wären vermutlich tolle Fotos geworden. Die machte sie dann beim anschließenden Konzert, einem von zahllosen Jovel-Konzerten in den letzten drei Jahrzehnten, bei denen die 47-Jährige fotografierte. Eine Auswahl ist ab heute in der Rauchergalerie des Jovel am Albersloher Weg zu sehen, die Liste der Porträtierten liest sich wie ein „Who is who“ der Pop-Geschichte.

„Ich liebe Musik, und ich liebe Fotografie“, sagt Wellermann. Ihr Weg zur Konzertfotografin war damit vorgegeben. „Mich fasziniert es einzufangen, wie Menschen auf der Bühne wirken.“

Gleich mehrere Bilder zeigen Campino von den „Toten Hosen“, 1989 waren sie im Jovel zu Gast. Die Punker spielten zwei Abende hintereinander, „als ich ihnen nach dem ersten Konzert meine Fotos schenkte, bekam ich zum Dank eine CD“. Eine nette Geste, allein: Heike Kellermann hatte damals noch gar keinen CD-Player. Mehr konnte sie dann schon mit dem Lob von Campino anfangen: „Geile Bilder“, schwärmte er.

Rund 20 Jahre liegt das Gastspiel von Uriah Heep zurück, von deren Bodenständigkeit sie noch heute schwärmt. Heike Wellermann überlegte damals, nach Kreta zu ziehen. Der Sänger der Heeps konnte sie nur zu diesem Schritt ermutigen: „Mach mal, ich war auch schon da.“ Heike Kellermann ging - und kam erst sechs Jahre später zurück.

Von den Neville Brothers hätte sie auch gerne Bilder in der Rauchergalerie gezeigt. „Doch als die im Jovel spielten, war ich so begeistert, dass ich prompt das Fotografieren vergaß.“ Gut, dass das nicht öfter vorkam.

Weitere Stars sind zu sehen. Herman Brood, Marius Müller-Westernhagen, Jule Neigel, Bobby Womack. Allerdings keine Aufnahmen von Reamon: „Den würde ich unheimlich gerne mal ablichten“, sagt Heike Wellermann und kann dabei kaum verbergen, wie sehr sie den Iren verehrt. Immerhin: „Getroffen habe ich ihn schon ein paar Mal - ein faszinierender Typ.“

» Die Ausstellung mit Fotos von Heike Wellermann ist bis auf Weiteres in der Rauchergalerie des Jovel am Albersloher Weg zu sehen - und zwar immer zu den Öffnungszeiten des Musik-Clubs.


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