Nachrichten Münster
Do., 02.09.2010
Stadtwerke setzen in Zukunft auf das „eTicket“
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Münster - Ab August 2012 können die Münsteraner ihre Fahrscheine in Bus und Bahn bargeldlos zahlen. Dann führen die Stadtwerke das so genannte „eTicket“ ein. Dadurch entfällt für die Fahrgäste das Kramen nach Münzen, das Studieren des Tarifsystems und der Kauf von Papiertickets. Warteschlangen beim Ticketkauf sind ärgerlich. Wer nur gelegentlich mit Bus und Bahn fährt – und das trifft deutschlandweit auf die meisten Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel zu – muss sich zudem vor jeder Fahrt mit dem Tarifsystem und der Auswahl des richtigen Fahrpreises auseinandersetzen. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat vor diesem Hintergrund an der Entwicklung eines bargeldlosen Bezahlsystems gearbeitet, um den Fahrgastkomfort zu erhöhen. Mithilfe seiner Lösung wird die Erhebung des Fahrpreises um ein Vielfaches beschleunigt und vereinfacht. Abgesehen davon, dass die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel damit deutlich bequemer wird, soll das eTicket langfristig immer mehr Menschen dazu animieren, das Auto stehenzulassen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Stadtwerke Münster planen die vollständige Umstellung auf das eTicket bis August 2012. Fahrgäste, die am bargeldlosen Bezahlsystem teilnehmen, erhalten das eTicket in Form einer Kunststoffkarte. Im Bus halten sie diese an einen elektronischen Entwerter, der den Fahrtantritt umgehend bucht. Damit wird in Sekundenschnelle geprüft, ob der Fahrgast ein gültiges Ticket hat. Die Bezahlung der einzelnen Fahrten geschieht entweder durch ein aufgeladenes Guthaben auf der Karte (die Aufladung kann der Kunde personalisiert oder anonym durchführen) oder im Nachhinein durch Abbuchung vom Kundenkonto. „Die Investition in modernste Technologie wird sich sehr schnell auszahlen: mehr und zufriedenere Fahrgäste, gleichzeitig weniger Verkehr auf den Straßen und damit eine geringere Belastung für die Umwelt“, prognostiziert Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Die Stadtwerke können Fahrgästen einen besseren Service bieten, und das in einer Weise, die sich für alle Beteiligten in wirtschaftlicher Hinsicht rentieren wird. Damit profitieren die Bürgerinnen und Bürger der Region gleich mehrfach.“ Den Anfang der elektronischen Umstellung machen die etwa 11.000 Schülerfahrkarten zum August 2011. Nach einer etwa halbjährigen Testphase wird das System dann ausgereift sein, um auch die Abofahrkarten zum Januar 2012 umzustellen. Ab August 2012 ist die Nutzung für Einzelfahrscheine geplant. Die Stadtwerke Münster nehmen mit der frühen Einführung des eTickets Deutschland an einer Entwicklung teil, die in der Zukunft einen großen weiteren Vorteil für Fahrgäste mit sich bringt: eTickets, die in Münster ausgegeben werden, sollen langfristig in jedem anderen teilnehmenden Verkehrsbetrieb gültig sein. Und das werden zunehmend mehr, weil immer mehr Regionen auf das neue System umrüsten. Ebenso können dann auswärtige Gäste mit dem eTicket ihrer Region in Münster einsteigen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Land NRW gefördert.
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