Nachrichten Münster
Do., 09.09.2010
„Zimmerdenkmale“ als Zeitzeugen - Neuheiten im Biedermeier-Kabinett
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Münster - Schon in ihrer Epoche waren sie nicht für den alltäglichen Gebrauch geschaffen, sondern wurden als „Zimmerdenkmale“ in Vitrinen vorgezeigt. Jetzt gewähren drei Neuerwerbungen des Stadtmuseums vor dem rekonstruierten Wohnzimmer der Zeit von 1815 bis 1848 wieder einen aufschlussreichen Blick in die Privatsphäre der Menschen damals. Im Biedermeier-Kabinett, das erst jüngst mit ausgefeiltem Lichtkonzept und authentischer Ausstattung neu in Szene gesetzt wurde, fallen nun auch zwei Pfeifenköpfe aus den Jahren 1830 bis 1841 sowie ein Tabakstopf ins Auge. Sie sind mit Darstellungen münsterscher Architektur verziert. In feinster Miniaturmalerei ist unter anderem der Prinzipalmarkt wiedergegeben. Eine Tasse, die um 1845 zu datieren ist, zeigt die Lambertikirche. Das Besondere an diesen sehenswerten Zeitzeugen ist die minuziöse Malerei, die der Nachwelt die detailgenaue Ansicht der dargestellten Gebäude erhält. Kein Wunder, dass die „Zimmerdenkmale“ nicht für den tagtäglichen Gebrauch geeignet waren. Ungewöhnlich genug hat zum Beispiel die Tasse ihren Henkel gegenüber der Seite mit dem Hauptmotiv, um so eine möglichst große Malfläche zu bekommen. Die Neuerwerbungen für das Kabinett des Stadtmuseums zeigen anschaulich, welchen Stellenwert in der bürgerlichen Biedermeier-Kultur die Ausschmückung des trauten Heims hatte. Info: Das Museum an der Salzstraße 28 ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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