PSD-Bürgerprojekt
Mi., 25.08.2010
Frauen suchen Verbündete
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Sassenberg - Atomenergie ja oder nein? Eine Frage, bei der kontroverse Meinungen aufeinanderprallen. „Die meisten Menschen wollen keinen Atomstrom, aber nur fünf Prozent nutzen Ökostrom“, sagt Andrea Soth. Ein Missverhältnis, an dem sie gemeinsam mit Agnes Dieckmann etwas ändern möchte. Deshalb starten die beiden Frauen als Projektverantwortliche für die Umweltorganisation „urgewald“ die Kampagne „Alle gewinnen. Stromwechseln hilft.“
Und genau mit dieser Kampagne haben sich beide auch beim PSD Bürgerprojekt 2010 „Engagiert unsere Umwelt schützen“ beworben, das von den Westfälischen Nachrichten als Medienpartner unterstützt wird.
Der Wechsel des Stromanbieters scheint viele Menschen mit Unbehagen zu erfüllen. „Sie haben Angst, dass plötzlich kein Strom mehr fließt, aber das ist natürlich Quatsch“, sagt Andrea Soth. Denn der Verbraucher merke den Wechsel nicht, da er seinen Strom nach wie vor aus dem Netz des örtlichen Anbieters beziehe. Und dabei lasse sich in vielen Fällen sogar noch Geld sparen, denn preislich liege der Ökostrom im Mittelfeld.
Der eigentliche Stromwechsel geschieht ganz woanders, bei der Stromproduktion. Je mehr Ökostrom nachgefragt werde, desto mehr regenerative Anlagen würden gebaut und könnten den Ökostrom ins Netz einspeisen. „Durch einen Wechsel spare ich zwei Drittel an CO2-Ausstoß und produziere keinen Atommüll“, erklärt Agnes Dieckmann.
Das Besondere an der Sassenberger Kampagne ist die Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden. „Wir wollen mit der Kindernothilfe, Misereor, dem Deutschen Alpenverein und mit kleineren regionalen Vereinen und sozialen Einrichtungen kooperieren“, erklärt Agnes Dieckmann. Mit dabei sind unter anderem bereits die Nubratal-Hilfe Sassenberg und der NABU Warendorf.
Alle Beteiligten sollen in ihrem Umfeld für den Wechsel zum Ökostrom-Anbieter motivieren. Für jeden neuen Ökostrom-Kunden bekommt die werbende Organisation 20 Euro gutgeschrieben, die sie für die Realisierung eines eigenen Energieprojektes nutzen kann.
Die Prämien verteilen die vier beteiligten Ökostrom-Anbieter. „Wir haben die Anbieter dabei, die von vielen deutschen Umwelt- und Verbraucherorganisationen empfohlen werden.“ Denn es gebe auch Ökostrom-Anbieter, die das Geld nicht in Öko-, sondern in Atomstrom investierten. „Es ist eine sehr positive Kampagne, denn ich kann mit meinem persönlichen Tun meinen Verein unterstützen und habe das gute Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun“, sagt Andrea Soth.
So möchte beispielsweise die Nubratal-Hilfe mit dem Geld vor Ort Solarstrom erzeugen, der NABU Warendorf will sein Haus energetisch nachrüsten. „Der Klimawandel geht uns alle an, vor allem die Kinder in der Dritten Welt sind betroffen“, sagt Andrea Soth. Darum sucht „urgewald“ noch Vereine, die Interesse haben, sich an der Kampagne zu beteiligen.
Startschuss für die Kampagne ist der 15. September, dann wird auch die Internetseite mit den neuen Inhalten freigeschaltet.
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