Di., 11.12.2012
Staatsanwaltschaft: Angriff nur erfunden Umfeld des Provinzial-Chefs Ulrich Rüther vermutet Kurzschlusshandlung
Der Vorstandsvorsitzende der Provinzial, Ulrich Josef Rüther, vor der Tiefgarage, in der er angeblich angegriffen worden war.
Münster - Der Vorstandsvorsitzende der Provinzial Nordwest Holding, Ulrich Rüther, hat sich die Stichverletzungen in der Tiefgarage selbst beigebracht. Es sei offenbar eine „Kurzschlusshandlung“ gewesen, hieß es am Dienstag in seinem Umfeld. Bis Dienstag ist die Öffentlichkeit davon ausgegangen, dass Rüther am vergangenen Mittwoch eine Stunde vor Beginn einer Betriebsversammlung Opfer eines Anschlags geworden war.
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Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, das seit Tagen wegen eines möglichen Verkaufs in den Schlagzeilen ist, muss sich wegen Vortäuschung einer Straftat verantworten. Wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Beck, erklärte, beabsichtigt die Justiz, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Beck bestätigte, dass der 44-Jährige sich die sechs Stiche, die angeblich von dem Angriff mit einem Schraubenzieher herrühren sollten, selbst zugefügt hat. Bei der rechtsmedizinischen Überprüfung des Verletzungsbildes habe sich ein Anfangsverdacht erhärtet.
Rüther hatte am Dienstag vor der Staatsanwaltschaft und der Polizei eingestanden, dass der Angriff „in der dargestellten Form nicht stattgefunden hat“. Laut Provinzial wollte er mit diesem Schritt „die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder zum Abschluss bringen“.
Mitarbeiter reagierten mit Bedauern auf die Nachricht. Der Betriebsratsvorsitzende Albert Roer sieht eine Ursache für die Tat in der „Zwangssituation“, in der sich der Vorstandsvorsitzende am Mittwoch befunden habe. „Zu erfahren, dass die Provinzial veräußert werden soll, muss für ihn außerhalb jeder Vorstellung gewesen sein.“
Der Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest äußerte sich am Dienstag nicht zu dem spektakulären Vorfall.
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