Di., 24.11.2015

Tierquälerei Unbekannte stellen fiese Fallen auf

Eine der Fallen, die Unbekannte in der Arena des Grünen Fingers versteckten.

Eine der Fallen, die Unbekannte in der Arena des Grünen Fingers versteckten. Foto: kok

Münster-Gievenbeck - 

Sobald Tiere sich in diesen hinterhältigen versteckten Schlingfallen verfangen, können sie qualvoll verenden. Ein Entkommen gibt es nicht: Bislang unbekannte Täter deponierten mehrere offensichtlich laienhaft gebastelte Fallen in der Arena des Grünen Fingers an der Gievenbecker Reihe direkt hinter den wetterfesten Schachtischen.

Von Kay Böckling

„Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und durchaus auch der Tatbestand der Wilderei.“ So schätzt Hans-Ulrich Menke, Mitarbeiter im Grünflächenamt und verantwortlich für städtische Jagdangelegenheiten, die Angelegenheit ein.

Wer dahinter steckt, vermochte Menke gestern nicht zu sagen. „Vermutlich waren es Personen, die es auf Kaninchen abgesehen hatten, um diese eventuell später zu verspeisen.“ Im Grünen Finger gebe es durchaus einige Kaninchen – daher sei der Gedanke nicht abwegig. Ein professioneller Jäger scheide als Täter definitiv aus.

Das sagte auch Franz-Josef Schulze Leusing, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft Münster, der das Aufstellen dieser Fallen aufs Schärfste verurteilte: „Darin können auch andere Kleintiere wie Katzen verenden.“ Den Tätern komme man „leider nur dann auf die Schliche, wenn man sie auf frischer Tat ertappt“. Doch dafür müsse man sich schon länger auf die Lauer legen.

Auch wenn die Kaninchen-Population in den vergangenen Jahren zugenommen habe, bedeutet das nach Aussage von Hans-Ulrich Menke noch lange nicht, dass ein jeder Fallen aufstellen darf: „Die Stadt Münster verfügt über Kaninchenjäger, die eine spezielle Qualifikation besitzen.“ Nur solchen Spezialisten sei es erlaubt, Jagd auf Kaninchen zu machen, „um sie dann einer weiteren Verwertung zuzuführen“.

Dem Aufsteller der Fallen drohen empfindliche Strafen, sollte er erwischt werden: „Wilderei, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – das kann richtig teuer werden“, sagt Menke.

Diese selbst gebauten Fallen können durchaus auch eine Gefahr für im Gebüsch spielende Kinder darstellen, wie Polizei-Sprecher Andreas Bode meint: „Sollten wir Meldung erhalten, dass von solchen Fallen Gefährdungspotenzial ausgeht, werden wir natürlich sofort tätig.“

Wer solche Fallen entdeckt, sollte laut Menke entweder die Polizei oder das städtische Grünflächenamt informieren: „Es wird dann rasch gehandelt.“ Alfons Egbert, Leiter des Fachwerks und somit auch verantwortlich für die Arena, will die Umgebung im Grünen Finger künftig noch intensiver im Auge behalten: „Sollten wir solche Fallen entdecken, entfernen wir diese auf der Stelle.“

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