Bildung und Begabung
Schüler nach Begabung fördern

Münster-Hiltrup -

Kinder benötigen Wertschätzung ohne Vorbehalte, Respekt, Zuwendung und Aufmerksamkeit, das gilt für alle Menschen (Inklusive Pädagogik). Dafür tragen auch die Lehrer Verantwortung. Dies kann nur gelingen, wenn Pädagogen die ihnen anvertrauten Schüler in der Vielfalt ihrer Begabungen angemessen wahrnehmen. Der Forschungsverbund „Leistung macht Schule“ will sich dafür nun bundesweit einsetzen. Mit dabei ist auch die Ludgerusschule in Hiltrup. Bereits 2008 zeichnete das NRW-Schulministerium die Ludgerusschule mit dem Gütesiegel für individuelle Förderung aus.

Donnerstag, 01.02.2018, 15:02 Uhr

Die profunden Themenhefte der Schüler begeistern Gerd Krützmann, Schulleiter der Ludgerusschule, und Konrektorin Christiane Kröger. Am Förderprogramm arbeitet an der Schule auch Lehrerin Claudia Heidsick (nicht im Bild) mit.
Die profunden Themenhefte der Schüler begeistern Gerd Krützmann, Schulleiter der Ludgerusschule, und Konrektorin Christiane Kröger. Am Förderprogramm arbeitet an der Schule auch Lehrerin Claudia Heidsick (nicht im Bild) mit. Foto: Peter Sauer

Jedes Kind ist einmalig. Jedes Kind hat besondere Begabungen. Das ist der Ausgangspunkt des Forschungsverbundes „Leistung macht Schule“ (kurz: „LemaS“) – das am vergangenen Dienstag in Berlin von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesbildungsministerium gestartet wurde. Mit dabei war auch Gerd Krützmann. Nicht ohne Grund. Er leitet die Ludgerusschule Hiltrup. Sie gehört zu den bundesweit 300 Schulen, die bei „LemaS“ mitmachen – als einzige Grundschule aus Münster.

Das Ziel formuliert der erfahrene Pädagoge im Gespräch mit dieser Zeitung so: „Wenn wir Inklusion ernst nehmen und nicht nur auf den Begriff Behinderung reduzieren, dann wollen wir alle Kinder mit ihren individuellen Kompetenzen und Bedürfnissen in den Blick nehmen.“ Und eben nicht nur die derzeit 18 sehr begabten Schüler. Gemeint ist auch das manchmal übersehene Mittelfeld in den Klassen. Aufgabe der Lehrer ist es demnach die Schüler ganz individuell zu fördern, denn sie erfahren neues Wissen persönlich, über das ganz eigene Begreifen und den spielerischen Umgang damit im eigenen Alltag.

Konkret sind die Lehrer aufgefordert, besondere Begabungen bei den Schülern zu erkennen und sie zum forschenden und eigenverantwortlichen Lernen zu motivieren. „Stärke Deine Stärken“ formuliert Konrektorin Christiane Kröger die Motivation für die Schüler. Das soll dann auch dazu führen, dass die Schüler allgemein besser lernen können, zum Beispiel Lesen oder Mathe, und insgesamt fürs Leben ein stärkeres Selbstwertgefühl erhalten.

Prof. Dr. Christian Fischer, Erziehungswissenschaftler an der Uni Münster, entwickelt dazu auch mit der Ludgerusschule Hiltrup praktische Methoden für den Unterricht und analysiert wissenschaftlich, „was sich in der Förderung bewährt“.

Die Lehrer werden entlastet, um die Förderung in ihrem Unterricht umsetzen und zusammen mit den Wissenschaftlern entwickeln zu können. Vier Studenten der Uni Münster unterstützen die Lehrer an der Schule. Die Grundschüler können so auch eigene Themenhefte nach eigenen Interessen erstellen: von Bitcoins über Solartechnik bis Voltigieren.

Die Ludgerusschule gehört übrigens zu den Pionieren zeitgemäßer Lernkultur. Bereits 1997 begann die damalige Lehrerin Monika Kaiser-Haas, Begabte zu fördern. Sie gab ihnen anspruchsvolle Aufgaben und setzte sich dafür ein, dass besonders gute Schüler eine Klasse überspringen konnten.

„Die positiven Erfahrungen aus all dieser Zeit und von heute wollen wir in den kompletten Unterricht der Klassen 1 bis 4 integrieren“, kündigt Gerd Krützmann an. Nur der Startpunkt ist noch offen.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5476382?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F
600 Hells-Angels-Rocker zu Trauerfeier erwartet
Am Samstag (23. Juni) werden bei der Trauerfeier für ein Hells-Angels-Mitglied 600 Trauergäster erwartet.
Nachrichten-Ticker