Neue Möglichkeit der Urnenbestattung
Module mit Platz für 36 Urnen

Münster-Albachten -

Auf dem Albachtener Friedhof gibt es jetzt ein Kolumbarium. Steigt die Zahl der Urnenbeisetzungen, dann kann es erweitert werden: „Wir werden die weitere Entwicklung abwarten“, sagt der Chef der städtischen Friedhofsverwaltung.

Freitag, 04.08.2017, 19:08 Uhr

Auch auf dem Albachtener Friedhof findet man seit kurzer Zeit ein Kolumbarium. Wilhelm Klönne (r.), Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, stellte es Gerhard Bonn von der Kommunalen Seniorenvertretung vor.
Auf dem Albachtener Friedhof findet man seit kurzer Zeit ein Kolumbarium. Wilhelm Klönne (r.), Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, stellte es Gerhard Bonn von der Kommunalen Seniorenvertretung vor. Foto: sch

Seit wenigen Tagen gibt es auf dem Albachtener Friedhof ein Kolumbarium. Er ist damit der sechste Friedhof innerhalb Münsters, in dem für Beisetzungen Urnenwände zur Verfügung stehen. Das Albachtener Exemplar besteht aus drei separat aufgestellten und aus Stein gefertigten Modulen, in denen bis zu 36 Urnen Verstorbener nach der Feuerbestattung aufbewahrt werden können.

Im Hinblick auf die Bestattungskultur in hiesigen Gefilden lasse sich feststellen, dass die Zahl der Urnen-Beisetzungen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich angestiegen sei, sagt Wilhelm Klönne , Chef der münsterischen Friedhofsverwaltung. Als er vor 40 Jahren seinen Job angetreten habe, habe die Zahl noch bei rund drei Prozent gelegen. Aktuell liege sie stadtweit bereits bei rund 55 Prozent.

Ein Grund dafür sei sicherlich, dass Urnengräber relativ pflegefrei seien und im Vergleich zu herkömmlichen Grabstätten weniger Kosten verursachten. Oftmals höre er auch von älteren Menschen, dass sie ihren Kindern „nicht zur Last fallen“ wollten und sich deshalb eine Urnen-Beisetzung wünschten, sagt Klönne.

Dr. Gerhard Bonn, stellvertretender Vorsitzender der Kommunalen Seniorenvertretung Münster, begrüßt die Aufstellung des Kolumbariums auf dem Albachtener Friedhof. Sie sei Teil eines Wunschpakets älterer Mitbürger, das die Stadt im Rahmen der jüngsten Friedhofssanierung in die Tat umgesetzt habe.

Unter anderem sei die immer wieder aufgetretene Staunässe auf den Friedhofswegen endlich beseitigt und die Trauerhalle barrierefrei zugänglich gemacht worden. Es seien neue Bänke aufgestellt und das Kolumbarium installiert worden.

„Wir danken dem Grünflächenamt dafür, dass es unsere Anregungen berücksichtigt hat“, unterstreicht Bonn im Namen der münsterischen Seniorenvertretung. Der Albachtener freut sich über die Aufstellung der Urnenwand, die in der unmittelbaren Nähe der Trauerhalle Platz gefunden hat. Wiederholt hätten sich Senioren für eine solche Wand auf dem örtlichen Friedhof ausgesprochen, um dort bestattet zu werden. Meist mit dem Verweis darauf, dass es keine Angehörigen mehr in der Nähe gebe, die sich nach ihrem Ableben um die spätere Grabpflege kümmern könnten.

Jedes der drei Module des Kolumbariums besteht aus sechs Nischen mit Verschlussplatten aus Naturstein, in die die Namen der Beigesetzten eingraviert werden können. In den Nischen finden jeweils zwei Urnengefäße Platz. Sie können dort bis zu 30 Jahre lang aufbewahrt werden, wofür laut Klönne dann insgesamt 1620 Euro zu zahlen sind.

Vor und neben den Modulen der Urnenwand können bei Bedarf Kränze, Blumen und Kerzen platziert werden. Die Aufstellung zusätzlicher Module ist durchaus möglich. „Wir werden die weitere Entwicklung abwarten“, sagt Wilhelm Klönne. Geeignete Flächen zur Erweiterung des Kolumbariums auf dem Albachtener Friedhof hat das städtische Grünflächenamt bereits fest im Blick.

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