Diskussion um den alten Albachtener Friedhof
„Eine große Chance für Albachten“

Münster-Albachten -

Fragt man die Mitglieder des Albachtener Löschzugs, dann gehört die geplante neue Feuerwache mitten in den Ort. Aus diesem Grund plädieren die Mitglieder dafür, die Wache auf dem alten Friedhof zu bauen.

Dienstag, 13.03.2018, 19:03 Uhr

Geht es nach Vorstellung der Albachtener Feuerwehr, dann soll der stillgelegte alte Friedhof zum Standort des neuen Gerätehauses werden.
Geht es nach Vorstellung der Albachtener Feuerwehr, dann soll der stillgelegte alte Friedhof zum Standort des neuen Gerätehauses werden. Foto: sch

Aus der Sicht des Albachtener Löschzugs ist der alte Friedhof an der Dülmener Straße „der richtige Platz für eine zukunftsfähige Feuerwehr“. Das machten etliche Mitglieder um Löschzugführer Benedikt Holtmann und dessen Stellvertreter Thorsten Weilke bei einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich: Geht es nach den Wünschen der Albachtener Feuerwehr, dann soll das geplante neue Gerätehaus auf dem stillgelegten kirchlichen Friedhofsgelände errichtet werden.

Die Planungen für die neue Feuerwache laufen schon seit etlichen Jahren. Aus Mangel an Alternativen sei im angehenden Baugebiet Albachten-Ost ein Standort berücksichtigt worden, so die Löschzugmitglieder. Die achtminütige Anrückfrist zu den Einsätzen könne dort trotz Ortsrandlage zwar eingehalten werden, gleichwohl haben Holtmann und seine Mannen arge Bedenken: „Sämtliche Einsatzkräfte werden im Ernstfall mit eigenem Pkw zum Gerätehaus fahren, und aus allen Richtungen führt der Weg dann an verkehrssensiblen Bereichen wie Grundschule, Sportplatz und Sporthalle vorbei.“

Aus einsatztaktischer Sicht, so die feste Überzeugung der Albachtener Wehr, wäre das Friedhofsgelände an der zentralen Dülmener Straße als Standort der neuen Feuerwache bestens geeignet: Die Wege der Löschzugmitglieder zum Gerätehaus blieben unverändert. Es gebe keine neue Belastung an anderer Stelle. Auch die von einem Drittel der Feuerwehrleute genutzte Anfahrt über den Rottkamp mit dem dortigen Hubpoller könne bestehen bleiben. „Die staugeplagte Strecke zwischen Osthofstraße und Weseler Straße in Richtung Mecklenbeck kann umfahren werden – im Notfall zählt jede Minute“, unterstreicht Benedikt Holtmann.

Nach Meinung des Löschzugs gehört eine Feuerwache nach Möglichkeit in die Mitte eines jeden Orts und nicht an den Rand. Deshalb biete sich mit der in der Diskussion stehenden Umnutzung des alten Friedhofs „eine große Chance für Albachten“ und für die Sicherheit der Albachtener. Auch als Anlaufstelle im Katastrophen- und Notfall komme einem zentral angesiedelten Feuerwehrgerätehaus eine wichtige „Leuchtturmfunktion“ zu, was insbesondere für ältere Mitbürger von nicht zu unterschätzender Bedeutung sei.

Auf Unverständnis stößt beim Albachtener Löschzug das Vorgehen der Bürgergemeinschaft für den Erhalt des alten Friedhofs. Wiederholt habe man den Kontakt zu der Initiative gesucht, sagt Löschzug-Vize Thorsten Weilke. Vergeblich seien Einladungen ausgesprochen worden: „Das Gespräch wird nicht gesucht. Reden wollen die nicht.“

Auch Sven Gotthal, Löschzugmitglied und CDU-Ratsherr, kritisiert die Bürgergemeinschaft: Über die Flugblatt-Aktion der Initiative (wir berichteten) sei er äußerst enttäuscht. Er wünsche sich, dass im Hinblick auf die Friedhofsdiskussion mit fairen Mitteln gespielt und auch fair diskutiert werde. Bei vielen Albachtenern sei der Eindruck entstanden, dass der Friedhof irgendeiner Bebauung geopfert werden solle. Dass es um die Feuerwehr und damit um die Allgemeinheit und die Sicherheit der Bürger gehe, sei vielen bislang gar nicht klar gemacht worden.

Großen Wert legen die Mitglieder der aktiven Wehr, von denen noch 15 Angehörige auf dem seit Jahrzehnten stillgelegten Friedhof ruhen, darauf, dem dortigen Kreuz, der Gedenktafel und den Kriegsgräbern weiterhin einen würdigen Raum auf dem Areal zu geben. Dafür sei genug Platz auf der rund 2700 Quadratmeter großen einstigen Bestattungsfläche.

Für Thorsten Weilke und seine Kameraden steht fest: „Die Umnutzung des Friedhofgeländes an der Dülmener Straße wäre zum Wohl aller Albachtener Bürger – und das für mehrere künftige Generationen.“ Die ehrenamtlich tätige Feuerwehr sei an 365 Tagen rund um die Uhr für die Bürgerschaft da.

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