Amelsbüren
So., 16.05.2010
Erste Begegnung mit dem „Green“
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Münster-Amelsbüren - Ein Flug wie aus dem Bilderbuch. Ganze 166 Meter schwebt der kleine weiße Ball, der einer Flugzeugtragfläche gleich erheblichen Auftrieb erhalten hat. Am Ende seines Fluges, kurz vor dem Wasser, ist er kaum noch sichtbar ins „Green“, („Grün“, Zielbereich beim Golf), aufgeschlagen. Was so einfach aussieht, ist erst nach jahrelanger Übung zu schaffen: das Golfspiel.
Nach dem Motto „Members and Guests“ haben einige Mitglieder des Golfclubs Tinnen Freunde und Bekannte mitgebracht, um mit ihnen „über 9-Loch einen Flight zu bilden“. Aber das geht nicht mal so nebenbei. Golflehrer Jeremy Smith brachte seinen Caddy mit, den großen fahrbaren Untersatz mit den vielen Golfutensilien. „Mal sehen, was wir alles in der Tasche haben“, begann er und zückte gleich mehrere Schläger.
Der Golfplatz Tinnen, erfuhren die Spieler, verfügt über Längen von 100 bis 550 Metern. Dann berichtete Smith von der Anzahl der Schläger, die nötig sind, um einen bestimmten „Par“ zu spielen. So werde beispielsweise ein „Par 4“ in vier Schlägen geschlagen. Viel theoretisches Wissen prasselte auf die Golfneulinge ein. All die verschiedenen Schläger, die für gewisse Weiten benötigt werden. Da bestimmen Neigungswinkel und Länge des Schlägers, in Golfkreisen „Eisen“ genannt, die Flugkurve und Weite. Allein 13 verschiedene Schläger gebe es. Jeremy Smith zückt gerade Number 9, bezieht die Windverhältnisse mit ein. „Der Wind kommt von vorn“, erklärt er und demonstriert einen „Slice“, einen Bogen, den er mal von links, mal von rechts schlägt. Und gibt noch einen drauf, als er den „Driver“ aus der Tasche zieht, einen Schläger mit eine sehr geringer Neigung. Top-Weiten sind garantiert. Die Golfneulinge sind beeindruckt. Ingrid Holter, schon länger im Rentenalter, steht schon am Abschlag und übt die ersten Bälle mit ihrem Bekannten. „Ich habe einen Hund, mit dem ich lange Strecken gehe“, sagt sie und fühlt sich auf dem Green gut aufgehoben. Denn in Tinnen kann sie ihn mitnehmen. Er läuft neben dem Caddy an der Leine. So haben beide etwas davon. Jeremy Smith, der bereits viele bundesweite Turniere gespielt hat, hält noch einen Schläger bereit, den „Putter“ für das Einlochen: „Das ist der wichtigste Schläger überhaupt.“
„Für mich ist es eine neue Herausforderung“, erklärt eine gerade aus dem Berufsleben scheidende Golfschnupperin, die nebenbei Marathon läuft und Volleyball spielt.
Maria und Michael repräsentieren die Jüngeren unter den Neulingen. „Wir schauen uns erst einmal an, ob uns der Sport gefällt“, so das Ehepaar, das auf der Suche nach einem gemeinsamen Sport ist. Denn obwohl dem Golfen etwas die Exklusivität genommen ist, sollte es gut überlegt sein, in dieses Hobby zu investieren.
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