Kulturverein Amelsbüren eröffnet Bücherschrank
Kaum da – schon voll

Münster-Amelsbüren -

Amelsbüren hat seine erste Büchertauschbörse unter freiem Himmel. 24 Stunden geöffnet, alle Bücher gibt es gratis, er ist wetterfest, fußläufig erreichbar und nachts steht sogar eine Laterne in der Nähe.

Samstag, 13.01.2018, 08:01 Uhr

Literatur für lau: Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (l.) und Hermann Weber vom Kulturverein Amelsbüren testen den neuen Bücherschrank.
Literatur für lau: Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (l.) und Hermann Weber vom Kulturverein Amelsbüren testen den neuen Bücherschrank. Foto: mlü

Als der Bücherschrank noch nicht ganz fertig war, hatte Hermann Weber vom Kulturverein Amelsbüren ein Schild aufgestellt: „Hier wird ein Bücherschrank aufgebaut.“ Er wollte damit nur Irritationen vorbeugen. Die Leute sollten wissen, warum der Kirchplatz von St. Sebastian aufgerissen wird. „Das wurde irgendwie falsch verstanden“, sagt Weber und lacht – „auf einmal haben sie alle schon Bücher reingestellt!“ So schnell kann es gehen. Der Bücherschrank war nicht einmal fertig, da war er schon voll.

Amelsbüren hat seine erste Büchertauschbörse unter freiem Himmel. 24 Stunden geöffnet, alle Bücher gibt es gratis, er ist wetterfest, fußläufig erreichbar und nachts steht sogar eine Laterne in der Nähe. Quasi eine große Leselampe. Seit Ende November ist das offene Bücherregal im Einsatz, jetzt wurde es offiziell eröffnet.

Eine gute Gelegenheit, um allen zu danken, die zum Erfolg beigetragen haben: „Die Idee kam von Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt“, freute sich Hermann Weber. In Hiltrup gibt es bereits drei offene Bücherschränke, in die jeder Bücher einstellen und wieder herausnehmen darf. Das Konzept der Stadtteiloffensive Hiltrup hat sich bewährt – warum es nicht nach Amelsbüren erweitern? „Der Bücherschrank in dieser Form ist eine Kopie, aber kein Plagiat“, erläutert Weber. Gerne hat die Stadtteiloffensive Hiltrup sein Wissen geteilt, den Kontakt zu einem Schreiner hat sie ebenfalls hergestellt. „Wir haben so gut wie keinen Vandalismus“, betont Hans Baumgarten von der Stadtteiloffensive. Das sei auch eine Form der Wertschätzung und Zeichen für die Wertigkeit der Installation.

Es blieb noch die Frage der Finanzierung und die Suche nach einem Aufstellort. Erstere war schnell geklärt – die Bezirksvertretung Hiltrup stellte sich einstimmig hinter das Projekt und kümmerte sich um die Finanzierung. Beim Stellplatz hat es länger gedauert. Der Dorfplatz wurde nicht genehmigt, die Stadt Münster hatte Bauchschmerzen. Private Grundstückeigentümer hatten kein Interesse.

Letztlich konnte Ivo Ehring vom Kulturverein über seine Kontakte zum Kirchenvorstand die Genehmigung erhalten, den Bücherschrank an der St.-Sebastian-Kirche aufzustellen.

Johannes Haverbeck wirft ehrenamtlich und regelmäßig einen Blick auf den Bücherschrank und schaut, ob alles in Ordnung ist. Er hat in den vergangenen Wochen bereits einen regen Austausch beobachten können: „Meistens steht etwas für alle Altersgruppen drin. Wir hatten sogar einmal ein zehnbändiges Lexikon. Es war nach wenigen Tagen weg.“

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