Landtagsabgeordneter besucht Haus Heidhorn
Nacke schlägt Pflegekammer vor

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Zum internationalen Tag der Pflege besuchte der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke das Seniorenheim auf Haus Heidhorn. Aus dem Probearbeiten wurde ein kleiner Pflege-Gipfel.

Montag, 14.05.2018, 17:05 Uhr

Zum internationalen Tag der Pflege besuchte der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke (r.) das Seniorenheim auf Haus Heidhorn. Dort traf er unter anderem die 96-jährige Bewohnerin (v.l.) Maria Kniep und die stellvertretende Pflegedienstleitung Agnieszka Juzrek.
Zum internationalen Tag der Pflege besuchte der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke (r.) das Seniorenheim auf Haus Heidhorn. Dort traf er unter anderem die 96-jährige Bewohnerin (v.l.) Maria Kniep und die stellvertretende Pflegedienstleitung Agnieszka Juzrek. Foto: mlü

Eigentlich wollte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke nur einen Einblick in den Pflegealltag auf Haus Heidhorn verschaffen. Doch am Ende kamen so viele Experten zusammen, dass daraus ein kleiner Pflegegipfel wurde. Auf den Tisch kam alles, was in der Pflege gerade gut oder schief läuft.

Stichwort Fachkräftemangel: „Wir drei haben alle Zivildienst in die Pflege gemacht“, stellt Stephan Dransfeld fest. Der Geschäftsführer der Alexianer Münster zeigt auf sich, den Landtagsabgeordneten und den Heidhorn-Heimleiter Bernhard Sandbothe. Für viele junge Männer sei der Zivildienst damals der erste Kontakt mit der Pflege gewesen. Mancher blieb. Sandbothe zum Beispiel: „Diese Leute fehlen uns heute“, sagt er. „Die Wehrpflicht ersatzlos abzuschaffen war schlecht“, empfindet auch Nacke. Auf Haus Heidhorn wurde jedenfalls eine hauptamtliche Stelle eingerichtet, um junge Leute zu betreuen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren.

Nacke beklagt, dass zu oft und zu einseitig über die Pflege gesprochen wird. Das schrecke Berufsanfänger ab, besonders die guten. Denn gefordert sind neben einem hohen Maß an Fachlichkeit auch Teamarbeit, Empathie und eine gute Einstellung zur Arbeit mit Menschen. „So schlecht wird in der Branche auch gar nicht bezahlt, vor allem im Vergleich zu manchem Handwerksberuf.“ Nacke schlägt vor, dass sich die Pflegeberufe in einer eigenen Kammer organisieren. So eine Pflege-Lobby könnte mit einer Stimme für seine Interessen sprechen.

Ein großes Thema ist die geplante Einführung der generalistischen Pflegeausbildung. Krankenpfleger sollen auch Altenpflege können, Altenpfleger auch Krankenpflege. Ab 2020 soll so ein gemeinsames Berufsbild entstehen. Jörn Suermann vom Caritasverband Münster sieht darin nur Vorteile. „Demenzkranke gehen bislang im Krankenhaus unter und andersherum fehlt in den Heimen oft die medizinische Kompetenz für Beatmungsgeräten.“

Doch es gibt ein gravierendes Problem. Bis zur Zusammenlegung von Kranken- und Altenpflege wird die Berufsausbildung nicht gleichwertig refinanziert. Anders gesagt: Für die Pflegeschulen wird die Ausbildung von Altenpflegern beinahe ein Verlustgeschäft. „Viele Schulen können ihre Experten nicht halten oder unbefristet anstellen.“ Das setze die falschen Signale, ärgert sich Nacke. Er appelliert an den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, jetzt ausreichend Druck auszuüben, um den Missstand schnell zu beseitigen.

Aus der Praxis heraus empfindet es der Heimleiter Sandbothe so, dass die Pflege mittlerweile viel „Rückenwind aus der Gesellschaft“ bekomme. Das sei vor einigen Jahren noch ganz anders gewesen.

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