Kost und Logis für das Freiwillige Soziales Jahr
Herberge International

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Das Pflegeheim Haus Heidhorn stellt Unterkünfte für FSJler aus der ganzen Welt. Auf diese Weise ist auf Haus Heidhorn eine kleine internationale Herberge entstanden.

Freitag, 03.08.2018, 09:00 Uhr

Igbal Ghofara (v.l.) aus Indonesien, Nadira Nazarova aus Usbekistan und Rifqi Arief Rachmann, ebenfalls aus Indonesien, absolvieren einen Freiwilligendienst im Pflegeheim Haus Heidhorn. Sie können sich vorstellen, im Anschluss eine Ausbildung in Deutschland zu machen.
Igbal Ghofara (v.l.) aus Indonesien, Nadira Nazarova aus Usbekistan und Rifqi Arief Rachmann, ebenfalls aus Indonesien, absolvieren einen Freiwilligendienst im Pflegeheim Haus Heidhorn. Sie können sich vorstellen, im Anschluss eine Ausbildung in Deutschland zu machen. Foto: mlü

Mittlerweile kann sich das Pflegeheim Haus Heidhorn vor Bewerbungen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) kaum noch retten. „Wir haben jetzt schon Anfragen für das kommende Jahr“, berichtet die Pflegedienstleiterin Melanie Musik. Das war nicht immer so. „Wir haben hier draußen im Wald einen Standortnachteil – die heimischen FSJler wollen lieber in die City.“ Seit drei Jahren setzen die Alexianer deswegen auf junge Menschen aus der ganzen Welt.

Der sogenannte „Incoming-Freiwilligendienst“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) macht es möglich. Kost und Logis stellen die Alexianer als Träger der Pflegeeinrichtung. Auf diese Weise ist auf Haus Heidhorn eine kleine internationale Herberge entstanden. Die Wohngemeinschaft der ausländischen Freiwilligen befindet sich direkt über der Nabu-Naturschutzstation gegenüber der Einrichtung. Auch ein Fahrrad gehört zur Grundausstattung. Genau wie bei jedem anderem FSJ gibt es ein Taschengeld und die Teilnehmer werden in den gesetzlichen Pflichtversicherungen versichert.

„Wir holen unsere neuen FSJler direkt vom Flughafen ab“, berichtet Melanie Musik. Zusätzlich zu den normalen Seminartagen und der regulären ehrenamtlichen Arbeit in der Einrichtung gehören zum Programm auch ein Deutschkurs und ein Seminar über die deutsche Kultur. „Damit es ihnen leichter fällt, sich hier einzuleben.“

Im täglichen Tun mit alten Menschen treten natürlich die kulturellen Unterschiede offen zutage – und das ist gut so: „Auf diese Weise gibt es immer etwas, über dass wir und die Bewohner reden können“, schmunzelt Musik.

Die jungen Freiwilligen kommen aus Indonesien, Madagaskar oder Usbekistan. Einer von ihnen ist der 21-jährige Igbal Ghofara. Oder streng genommen: Er war einer von ihnen. Denn zum 1. August ist er nun in die Ausbildung als Altenpfleger gestartet – ebenfalls im Haus Heidhorn. „Ich habe eine Zeit lang in Indonesien auf dem Fischmarkt gearbeitet, um mir meinen ersten Deutschkurs zu finanzieren.“ An der Goetheschule habe ihm dann sein Deutschlehrer die Möglichkeiten und Berufswege in Deutschland aufgezeigt. „Aber das Heimweh bleibt natürlich.“

Viele ausländische FSJler verlängern ihren Dienst von zwölf auf 18 Monate. Sie nutzen ihren Aufenthalt als Sprungbrett für den Berufseinstieg in Deutschland. Angesichts des Pflegenotstandes in Deutschland eine gute Entwicklung, findet Melanie Musik. Erst vor ein paar Tagen habe sie wieder ein Bewerbungsgespräch gehabt – per Videoanruf. „Offenbar auf Empfehlung eines ehemaligen FSJlers.“

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