Tagespflegeeinrichtung Josef-Stift
Mo., 20.02.2012
Von Behaglichkeit umgeben
Kleine Bewegungstherapie vor dem Kamin: Pflegedienstleiterin Ulrike Morgenstern fordert eine Patientin erfolgreich zum Luftballon-Tennis auf.
Münster-Angelmodde -
Tagespflegeeinrichtung Josef-Stift legt viel Wert auf wohnliche Atmosphäre
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Im Kamin lodert das Feuer, strahlt Behaglichkeit aus. „Wir möchten unseren Gästen eine wohnliche, familiäre Atmosphäre bieten, wie sie sie auch von zu Hause gewöhnt sind“, sagt Frank Eilers und beschreibt damit die grundlegende Philosophie der Tagespflegeeinrichtung Josef-Stift, deren Geschäftsführer er ist.
Im Juni vergangenen Jahres eröffnete der Angelmodder offiziell in dem auf die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Senioren umgebauten Einfamilienhaus die Tagespflegeeinrichtung. In ruhiger Sackgassenlage, mitten im Wohngebiet. Rund eineinhalb Jahre Vorlaufzeit waren erforderlich gewesen, bis alle notwendigen behördlichen Genehmigungen vorlagen, musste doch auch die Erlaubnis erteilt werden, ein Gewerbe in einem reinen Wohngebiet zu betreiben. „Ich bin in allen Instanzen sehr wohlwollend behandelt worden“, betont Eilers. Von Beginn an war sein Konzept klar gewesen, sich ausschließlich auf die Tagespflege zu beschränken, um so den Wohncharakter der Immobilie zu erhalten, um sich bewusst von jeglicher Ähnlichkeit mit einer Klinik abzusetzen.
Zwölf Plätze bietet der Stift für Menschen mit altersbedingten Krankheiten an. Oft ist es Demenz, die die Pflegebedürftigkeit ausmacht, es können aber auch die Auswirkungen eines Schlaganfalls oder Tumors sein. „Wir haben aber auch Fälle von Altersdepression“, erklärt Pflegedienstleiterin Ulrike Morgenstern. „Diesen Menschen möchten wir einen Tag Urlaub von der Einsamkeit bieten“, formuliert sie ihren Anspruch.
Aus Münster und der weiteren Umgebung kommen die Patienten, werden entweder von den Angehörigen gebracht oder aber auch vom Josef-Stift zu Hause abgeholt. Manche jeden Tag, manche nur ein oder zwei Tage in der Woche. Eilers ist gerade allein aus Nottuln zurückgekehrt, wollte dort eine Patientin abholen. „Sie wollte nicht mit, fühlte sich nicht gut“, sagt er. Kein Problem, wie er meint. „Hier ist keiner gezwungen, die vorgesehenen Tage zu nehmen.“
Im Aufbau sei man noch begriffen, betont Ulrike Morgenstern. Ausgelastet sei man noch nicht. „Das unterscheidet uns noch von anderen Pflegeeinrichtungen, in denen es ja teilweise Warteleisten gibt“, erklärt sie. Kontakte zu den anderen Einrichtungen bestehen aber durchaus. „Wir haben regelmäßige Treffen mit den anderen Tagesbetreuungseinrichtungen. Da findet ein regelmäßiger Austausch statt“, sagt Eilers und wendet sich einem seiner Gäste zu, der auf dem Sofa Platz genommen hat, und einen federleichten, mit Nylon bespannten Schläger in der Hand hält.
„Damit spielen wir hier unser so genanntes Luftballontennis“, erklärt Ulrike Morgenstern. Das gehört zur Bewegungstherapie, einem wesentlichen Bestandteil im durchstrukturierten Tagesablauf der Patienten. „Das ist ungemein wichtig“, betont die Pflegedienstleiterin. Wichtig dabei sind auch die gemeinsamen Mahlzeiten, die in der offenen Küche frisch zubereitet werden. „Wenn gewünscht, können unsere Patienten mithelfen“, sagt sie. Gegessen wird im Speiseraum, mit schweren, gepolsterten Stühlen an zwei Eichentischen. „Die Einrichtung ist nach dem Geschmack unserer Gäste ausgerichtet, so wie sie es zum größten Teil von zu Hause kennen“, erklärt die Pflegedienstleiterin, die an diesem Tag für ihre Gäste einen Heringsstipp auf den Tisch bringen wird, ganz angepasst zur Karnevalszeit.
► www.josef-stift.info
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