Do., 16.10.2014

50 Flüchtlinge kommen in der zweiten Oktoberhälfte in Häuser an der Heidestraße Vorbereitung auf neue Nachbarn

In gleich fünf Gruppen tauschten sich die Hilfswilligen über

In gleich fünf Gruppen tauschten sich die Hilfswilligen über Foto: anh

Münster-Angelmodde - 

Zum ersten Treffen des Ökumenischen Arbeitskreises Flüchtlinge in Münster Süd-Ost kamen über 30 Teilnehmer – mit acht bis zwölf habe er gerechnet, sagte Pfarrer Hartmut Hawerkamp im proppenvollen Saal des Gemeindezentrums der Friedens-Kirchengemeinde.

Von Andreas Hasenkamp

In der zweiten Oktoberhälfte kommen 50 Flüchtlinge in die Häuser an der Heidestraße 8 und 10. Die Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises wollen den „neuen Nachbarn etwas Hilfe anbieten können“. So wolle man sich austauschen, Ideen sammeln, ohne verbindlich Aufgaben festzulegen, so Hawerkamp. Nicht nur Profis von Diakonie ( Jochen Krieges­korte ), Caritas ( Gabriele Limbach ) und Kirchengemeinden wie die Pfarrer Hawerkamp und Pfarrer Klaus Wirth waren gekommen, auch Ehrenamtliche und Bürger. Auch einige mit Erfahrung aus der Flüchtlingsarbeit am Hof Buddenbäumer.

Zwei Flüchtlingsschicksale skizziert Hawerkamp, zitiert dann Moses Aufruf, sie nicht zu unterdrücken: „Ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland gewesen“. Er schließt: Bald würden hier die Schicksale erzählt. Es würden „schwerpunktmäßig Familien“ kommen. Was sie denn motiviere?, fragt Hawerkamp die Hilfswilligen. „Ich bin auch ein Flüchtlingskind“, sagt eine Frau und meint, die Flucht von Deutschland nach Deutschland sei weniger gefährlich gewesen als der der Flüchtlinge. Einer erzählt, sein Vater habe aus Pommern flüchten müssen. Eine andere berichtet, dass sie ein Pflegekind aus schwierigen Verhältnissen hatte – die Begleitung sei für sein Leben wichtig gewesen.

„Wenn so viele Freiwillige da sind“, meint Diakon Ralph Bisselik, „dann wird das eine tolle Sache“. Nach Berichten von Deutsch- und Mal-Angeboten am Hof Buddenbäumer, geht es um Ideen für die Heidestraße. Mögliche Hilfe liegt auch da, wo man sie nicht gleich vermutet: Bei der „Tafel“ arbeiteten auch Migranten, ob die als Dolmetscher einspringen dürften, fragt eine Frau von der „Tafel“? Bei der Kleiderkammer Südost, so eine der Ehrenamtlichen, sei nicht nur reichlich Kleidung vorhanden, sondern auch Spielzeug. Die Hilfswilligen steuern weitere Ideen und Angebote bei, viele hinterlassen Kontaktdaten. Was sich an Vorschlägen auf den Zetteln findet: Kochkurse von und für Frauen, Sprachkurse für Kinder und Jugendliche, Kontakt zu Schulen, Hausaufgabenhilfe, Waldspaziergang mit Blick auf Tiere und Pflanzen, Lagerfeuer, Holz sammeln, Hütten bauen und Schwimmbad-Besuche. Des Weiteren wollen die ehrenamtlichen Helfer Ernährungskurse, Einkaufsbegleitung, Handarbeit- und Nähkurse sowie Bastel- und Werkangebote ins Leben rufen.

Die Eigentums-Übertragung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an das städtische Unternehmen Wohn- und Stadtbau müsste bereits geschafft sein, sagt Heinz Lembeck vom Sozialamt gegenüber den WN. „Der Druck auf die Stadt ist wirklich sehr groß“. Lembeck freut sich über die „integrative Lage“ der Häuser an der Heidestraße: Kirche, Kita, Schule liegen in der Nähe. Die zwei Reihenhäuser umfassen bislang acht getrennte Wohnungen. Sie sind jeweils 75 bis 80 Quadratmeter groß – drei Zimmer, Küche, Bad, so Lembeck. Die Briten hätten gut nutzbare Küchen hinterlassen. Eine Gartenfläche gehört dazu. Das Grundstück sei etwa 3000 Quadratmeter groß. Gemeinschaftsräume werde es „auf jeden Fall“ geben. Ein Teil der Fläche wird Büro: „Beratung braucht kurze Wege“, so Lembeck.

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