Mo., 05.10.2015

Helferinnen wollen eine spezielle Frauengruppe für Flüchtlinge in Angelmodde gründen Zur Not mit Händen und Füßen kommunizieren

Kleine Kommunikations-Übung mit Händen und Füßen: Frauen aus Südost besprachen, wie sie ein Angebot speziell für Flüchtlingsfrauen in der Heidestraße und am Angelsachsenweg auf die Beine stellen können.

Kleine Kommunikations-Übung mit Händen und Füßen: Frauen aus Südost besprachen, wie sie ein Angebot speziell für Flüchtlingsfrauen in der Heidestraße und am Angelsachsenweg auf die Beine stellen können. Foto: anh

Münster-Angelmodde - 

Mit und für Flüchtlingsfrauen eine Gruppe zu bilden – in Wolbeck funktioniert es schon. Vor welchen Herausforderungen Interessierte Helferinnen in Angelmodde stehen, zeigte sich jetzt bei einem ersten Treffen.

Von Andreas Hasenkamp

„Wir werden richtig groß - yeah!“ Eyleen Gruschka hatte die Moderation im Saal der Friedenskirche übernommen. Zehn deutsche Frauen trafen sich hier, um Erfahrungen auszutauschen und erste Schritte zu verabreden.

Janine Toroxel berichtete von ihren Erfahrungen auf dem Hof Buddenbäumer. 50 Bewohner haben das Haus und die Container, vier bis sechs Helferinnen kümmern sich speziell um die Frauen. Ein Kochtreff in den Sommerferien und zehn regelmäßige, wöchentliche Treffen haben bereits stattgefunden. In den jeweils zwei Stunden gehen die Frauen gern „heraus aus dem Container“ mit den kleinen Kindern, die die meisten der Flüchtlingsfrauen haben, oder sitzen bei einer Tasse Kaffee in einem Raum im Haus des Sports des TV Wolbeck . Dann war die Gruppe einmal bei den Flüchtlingen eingeladen. Bevor der Termin losgeht, ziehen die Frauen einmal durch den Hof, „klopfen an jede Tür“, erinnern an das Treffen.

Allein dieses „Zusammentrommeln“ könnte für die Frauen werden, die jetzt ein ähnliches Angebot in Angelmodde auf die Beine stellen wollen – mit den Bewohnerinnen der Heidestraße und des Angelsachsenwegs.

In der Einrichtung am Angelsachenweg wohnen 300 Menschen aus Balkan-Ländern wie Albanien und Serbien, auch Roma, auch Iraker, Afghanen, Syrer und Algerier, berichtet die Sozialarbeiterin Lotte Willenberg . Die Helferinnen werden sich aufteilen, dann dauere es nicht so lange, bis alle informiert sind. Und sie zählen darauf, dass jene Flüchtlinge sie unterstützen, die schon länger in Deutschland sind. Wer länger da ist, hilft den Neuankömmlingen, das hat Toroxel schon in Wolbeck beobachtet. Für die Frauen im Angelsachsenweg könnte ein Problem sein, dass viele Kinder noch keinen Platz in einer Kita oder Schule gefunden haben.

Es gibt noch unbekannte Größen in der geplanten Aktion, die Mitte Oktober mit einem Sondieren vor Ort beginnen soll. „Erst mal anfangen und sehen, was sich ergibt”, meint eine Hilfsinteressierte. Wie es mit der Verständigung läuft, wird Toroxel gefragt: „Hände und Füße haben wir dabei.”

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