Fr., 21.04.2017

Maret Schönenberg präsentiert 40 Bilder und 30 Skulpturen Ein Gespür für besondere Augenblicke

Ausdrucksstarke Impressionen: Skulpturen und Malereien aus dem „Mittendrin“ ihres Lebens stellt die Künstlerin Maret Schönenberg ab Sonntag im Kunsthaus Angelmodde aus. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr.

Ausdrucksstarke Impressionen: Skulpturen und Malereien aus dem „Mittendrin“ ihres Lebens stellt die Künstlerin Maret Schönenberg ab Sonntag im Kunsthaus Angelmodde aus. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr. Foto: pesa

Münster-Angelmodde - 

Ob in der romantischen Provence oder an der rauen Küste von Vancouver Island: Die Künstlerin Maret Schönenberg ist immer unterwegs. Mit einem Gespür für besondere Augenblicke und ungewöhnliche Fundstücke. Beide bannt sie gekonnt auf Leinwände oder formt sie zu Skulpturen. Was dabei herauskommt, kann man ab Sonntag (Vernissage am 23. April, 11 bis 13 Uhr) im Kunsthaus Angelmodde erleben.

Von Peter Sauer

Mit 40 Bildern in Acryl und Öl sowie 30 Ton- und Holz-Skulpturen lädt Schönenberg in das „Mittendrin“ – so der Titel ihrer Ausstellung.

Eines der stärksten Bilder ist „Montagstreff“. Im Vordergrund unterhalten sich einige Personen. Lebhaft. Vielleicht über jene, die als Schatten aus dem Hintergrund grüßen? Ist es ein kommunikatives Miteinander oder Gegeneinander? Das bleibt offen. Erkennbarer sind da schon die inspirierenden Botschaften der „Ausrufe-Zeichen“-Bilder, die den Kamin einrahmen: gemalte und verschriftlichte Offerten, das Leben nicht in seiner Routine zu belassen, sondern etwas zu bewegen. Die Wege können so vielfältig sein wie das Material der Bilder, streute Schönenberg doch Kaffeemehl, Essig-Seife oder China-Papier ein. Eine weitere Stärke der Westtünnenerin sind ihre kitschfreien Stillleben. Inmitten einer alten Gasse um „8 Uhrin St. Rémy “ laden bunte, frisch-gedeckte Bistro-Tische zum Verweilen ein, während ein Acrylbild im Treppenhaus zeigt, wie einfach relaxen geht: nur die Füße hochlegen und ein gutes Buch zur Hand nehmen!

Aber Maret Schönenberg ist auch „Mittendrin“ in den Ängsten unserer Zeit. Aus dem Resten einer Küchenarbeitsplatte und mit verkohlten Hölzern aus einem Osterfeuer symbolisiert ihre Skulptur „Megapolis“ wie der 11. September die Menschen aus ihrer Wohlstands-Sicherheits-Watte riss. Archaisch-eruptive Landschaften zwischen Realität und Abstraktion entführen mit irdenen, oft mit Pigmenten vermischten Farben. Dazu passt gut die Skulptur „Gegenwind“, die wie ein Sturmvogel den unruhigen Zeiten entgegenzufliegen versucht, standfest auf einem Steinfundament aus dem dänischen Bornholm, aber mit zerzausten Haaren aus einer nur mit Schmirgelpapier bearbeiteten skurril geformten Baumwurzel. „Kunst und Malerei bedeuten für mich so viel wie Brot und Wein. Ich brauche das, um meinen Gedanken freien Lauf lassen zu können.“ Gerade dieses Freiheitsgefühl macht die Ausstellung sehenswert.

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