Di., 25.07.2017

Insekt setzt dem Fachwerk an der Alten Schule zu / Leichte Schäden auch im Dachstuhl von St. Agatha Kleiner Käfer macht viel Kummer

Pfarrer Jörg Hagemann (r.) und Architekt Markus Vieth besichtigen die von Schädlingen befallene „Alte Schule“. .

Pfarrer Jörg Hagemann (r.) und Architekt Markus Vieth besichtigen die von Schädlingen befallene „Alte Schule“. . Foto: isa

Münster-angelmodde - 

Es ist der winzig kleine „Gescheckte Nagekäfer“, der der Gemeinde St. Nikolaus Münster großen Kummer bereitet. Das Tierchen ist nur fünf bis sieben Millimeter lang, hat aber eine sehr schädliche Eigenschaft: Es frisst sich selbst durch härtestes Holz und zerstört dessen Struktur. Befallen von dem Insekt sind das Fachwerk der „Alten Schule“ und Teile des Dachstuhls der St.-Agatha-Kirche. „Umfangreiche Sanierungsarbeiten sind notwendig“, bestätigen der leitende Pfarrer der Großgemeinde Jörg Hagemann und Architekt Markus Vieth auf Nachfrage unserer Zeitung. Im September soll es losgehen.

Von Iris Sauer-Waltermann

Zwar findet in der „Alten Schule schon seit Anfang der 1960er Jahre kein Unterricht mehr statt. Dennoch kennt jeder im Ort den Namen des historischen Fachwerkgebäudes, das heute einen Versammlungsraum für Veranstaltungen der Pfarrgemeinde und die Pfarrbücherei beherbergt. „In den 1980er Jahren wurde die Alte Schule bereits umfangreich saniert und umgebaut“, erinnert sich Pfarrer Hagemann. Nun sei der denkmalgeschützte Außenbereich an der Reihe.

„Aufgefallen waren zunächst kleine Löcher in den Fachwerkbalken der „Alten Schule“, berichtet Markus Vieth „Dazu kamen erste Abplatzungen am Mauerwerk.“ Die Untersuchung eines Sachverständigen bestätigte den Verdacht: Das Holz ist bis in den Kern von dem Gescheckten Nagekäfer befallen, der die Statik eines Gebäudes gefährden kann. Um das gefährliche Insekt wirksam zu bekämpfen, müssen die befallenen Balken komplett ersetzt werden, ebenso die dazwischen liegenden Gefache.

Anschließend werde beides von Experten fachgerecht wieder errichtet, „eine restauratorische Begleitung ist notwendig“, so Vieth. Vorgesehen ist, dass die Arbeiten im September beginnen. So soll zusätzliche Feuchtigkeit vermieden werden, die in den Herbst- und Wintermonaten zu erwarten ist. „Bis zum Jahresende können sich die Arbeiten wohl hinziehen“, so der Architekt.

Eher durch Zufall waren die Schäden an der romanischen Dorfkirche St. Agatha aufgefallen, deren Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückgehen: „Bei der Begutachtung der Alten Schule wurde auch ein Blick in die Kirche geworfen, die erst kürzlich innen und außen saniert worden war “, erläutert Pfarrer Hagemann.

Dabei wurden auch dort leichte Spuren des Schädlings im Glocken- und im Dachstuhl festgestellt. Der Wurmfraß sei jedoch deutlich weniger gravierend: „Betroffen sind nur einzelne Gradsparren und Fußhölzer“, erklärt Markus Vieth. „Entdeckt wurden lediglich einige abgeschabte Stellen und ein paar Wurmlöcher“, berichtet der Architekt. „Auf jeden Fall finden sich dort keine statisch relevanten Beschädigungen“, fügt er erleichtert hinzu.

Dennoch sollen auch diese Schäden so schnell wie möglich beseitigt werden. Eventuell würden einige Balken erneuert. Dies müsse jedoch noch gutachterlich geklärt werden. Auch die Höhe der Kosten stehe noch nicht fest, so Vieth.

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