Große Jubiläumsgala in der Friedenskapelle
„Mussten neue Wege gehen“

Münster-Angelmodde -

Die Angelmodder Provinzler Föderation für karnevalistisches Getue blicken auf 60-jähriges Bestehen zurück.

Samstag, 06.01.2018, 08:01 Uhr

„Hoch das Bein“ hieß einige Male beim Auftritt der Tanzgruppen auf der Galasitzung der Provinzler Angelmodde 2010 in der Friedenskapelle.
„Hoch das Bein“ hieß einige Male beim Auftritt der Tanzgruppen auf der Galasitzung der Provinzler Angelmodde 2010 in der Friedenskapelle. Foto: p

Es war eine überschaubare Schar von Jungschützen des Bürgerschützen- und Heimatvereins Angelmodde, die fest entschlossen war, etwas mehr Leben in ihr Dorf zu bringen. Mit dem Ergebnis, dass am 30. Januar 1958 das erste Karnevalsfest gefeiert wurde. Der Grundstein für das 60-Jährige Jubiläum, das die „Provinzler Angelmodde – Föderation für karnevalistisches Getue“ in diesem Jahr mit einer großen Jubiläumsgala am 27. Januar in der Friedenskapelle feiern.

Die Satzung des Vereins war bis 1981 geprägt durch einen „Numerus Clausus“. „Er beschränkte die Mitgliederzahl auf höchstens 30 Aktive“, berichtet Hein Götting, seit 2004 Vorsitzender der Provinzler. „Und es gibt auch keinen Verein im Verein“, betont er. Dieses Auftreten als geschlossene Gesellschaft hätten manche Dorfbewohner ihnen übel genommen. Mit ihrer Namenswahl wollten die Provinzler ihre enge Beziehung zu ihrem Dorf zum Ausdruck bringen. Dazu gehörte auch das Aufreifen mancher plattdeutscher Ausdrücke. Götting erinnert sich besonders an den Spruch „Wi kuemt von den Buern un häwt Moos“, der 1960 auf ihrem ersten Karnevalswagen zu lesen war und mit dem man sich selbst ein wenig auf den Arm nehmen wollte, wie Götting sagt. Ein dörflicher Bezug kommt auch sowohl im Wappen als auch in den Orden zum Ausdruck, die von Anbeginn an bei den Provinzlern eine große Rolle gespielt haben. So findet sich der Zusammenfluss von Werse und Angel, der sogenannte Wellengöppel, in etwas abstrakter und in der Darstellung variierender Form wieder. Zudem zieren zumeist keck umherschreitende kleine Vögel Orden und Wappen. Auch sie haben einen heimatlichen Ursprung. „Sie waren auf dem Wappen der Herren von ‘Angelmuhde‘ abgebildet, die vor rund 1000 Jahren in einer Burg an der Werse residierten“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Allerdings seien sie dort streng nach rechts schreitend abgebildet.

Äußerst kreativ zeigen sich die Provinzler auch nach wie vor in der Gestaltung ihrer Veranstaltungsplakate, die sich bewusst vom „Normalen“ abheben.

Götting ist erst der fünfte Präsident der Provinzler, deren Gründungsmitglied Bernhard Witte allein 23 Jahre dem Verein vorstand. Götting, der zusammen mit Jörg Teupe als zweitem Vorsitzenden, Wolfgang Frenzel als Narrensekretär und Marcus Kroll als Zeremonienmeister den „Kleinen Rat“ bei den Provinzlern bildet, war spätesten bei Amtsantritt klar gewesen, dass der Verein neue Wege müsse, um seine Zukunft zu sichern. Eine Öffnung des Vereins sei unumgänglich gewesen, sonst wäre der Verein aus Altersgründen eingegangen. Derzeit sind es 35 Mitglieder, die sich alle aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Entsprechend niedrig gestaltet sich natürlich auch das zur Verfügung stehende Budget, um alle karnevalistischen Aktivitäten zu finanzieren.

„Und deshalb“, sagt Götting, „können wir durchaus stolz darauf sein, dass im vergangenen Jahr bei der Galasitzung 180 Gäste die Friedenskapelle gefüllt haben.“

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