Neubürger-Abend der Heimatfreunde Angelmodde
Amüsant auch für Alteingesessene

Münster-Angelmodde -

Einen Streifzug mit vielen persönlichen Erinnerungen boten Kajo Plaßmann, Hein Götting und Dieter Fischer. Der Infoabend der Heimatfreunde Angelmodde richtete sich besonders an Neubürger.

Sonntag, 25.02.2018, 17:02 Uhr

Einen Streifzug mit vielen persönlichen Erinnerungen boten Kajo Plaßmann (hier im Bild), Hein Götting und Dieter Fischer. Der Infoabend der Heimatfreunde Angelmodde richtete sich besonders an Neubürger.
Einen Streifzug mit vielen persönlichen Erinnerungen boten Kajo Plaßmann (hier im Bild), Hein Götting und Dieter Fischer. Der Infoabend der Heimatfreunde Angelmodde richtete sich besonders an Neubürger. Foto: anh

Ein informativer und teils amüsanter Streifzug durch die Geschichte Angelmoddes war der Info-Abend der Heimatfreunde Angelmodde am Freitagabend. Neubürger wollte der Verein mit der Veranstaltung ansprechen. Alteingesessenen amüsierten sich aber nicht minder bei den Vorträgen von Kajo Plaßmann, Hein Götting und Dieter Fischer.

Wie alt ist Angelmodde? Man weiß es nicht so recht, und Plaßmann erinnert sich, dass er schon mal ein Jubiläum samt Feier ins Auge gefasst hatte – aber andere rieten ab. Erste Hinweise gibt es für die Zeit der Christianisierung, das war um das Jahr 800. Und die Steinkirche wird datiert auf das Jahr 1176 oder auf etwa 1230. Anfänglich stand hier eine Adelskirche, wesentlich aus Holz erbaut. Die St.-Agatha-Kirche, eine der ältesten Kirchen Münsters, ist heute romanisch-spartanisch – wies aber Ende des 19. Jahrhunderts schönste Deckenmalereien auf. Auch hier hatte Plaßmann ein Bild mitgebracht – im Publikum erntete die fromme Farbenpracht einige Bewunderung.

Deutlich machten die drei nicht zuletzt die Folgen der Insellage von Angelmodde-Dorf: Nennenswert ausdehnen kann es sich nicht, gut angebunden war es lange nicht. Erst 1927 entstand die erste Straße nach Gremmendorf.

Nicht vergessen ist das Internierungslager der NS-Zeit mit rund 600 „Fremdarbeitern“, meist das „Russenlager“ genannt. Da gab es Angelmodder, die halfen, etwa mit Brot. Und es gab einige, die spitzelten für die Nazis, um zu denunzieren, erzählt Plaßmann: „Die Namen sind bekannt, das kann man ruhig einmal sagen“.

Als Angelmodde noch gerade einmal halb so groß war, da gab es eine Vollversorgung im Dorf: Bäcker, Lebensmittelladen, sogar eine Tankstelle, obwohl sich die Zahl der Autos in Grenzen hielt. Lange hatte man noch auf der Straße Völkerball spielen können, ohne zu stören oder gestört zu werden. Heute leben hier viel mehr Menschen – doch die gute Versorgung ist Geschichte, hob Hein Götting hervor. Dann gab es Zeiten, in denen die Westfälische Landeseisenbahn die einzige Option im öffentlichen Personenverkehr war, von 1903 bis 1975.

Dafür hat Angelmodde drei Sportplätze: Am Hohen Ufer, an der Eichendorff-Schule, 1967 in Betrieb gegangen, und auch die Bezirkssportanlage steht auf Angelmodder Gebiet. So wie auch das „Hallenbad Wolbeck“. Wechselhaft waren die Schulwege: Die alte Schule, hervorgegangen aus einer Vikarie, stand im Dorf, später ging es für die Dörfler nach Angelmodde-West in die Eichendorffschule, für die Gymnasiasten lange Zeit nach Münster. In der ersten Klasse hockten die Schüler im ersten halben Jahr mit 60 Klassenkameraden zusammen, erinnert sich Fischer.

Dass Angelmodde, aufgespalten in Teile unterschiedlicher Lage, eine gemeinsame Identität guttäte, dieser Gedanke setze sich zunehmend durch, so Götting.

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