Künstlerin Anne Horstmann findet Gesichter „unheimlich spannend“
Blauweiß steht für Emotionen

Münster-Angelmodde -

Der Titel der neuen Ausstellung der Künstlerin Anne Horstmann im Kunsthaus Angelmodde „jetzt, soeben, flüchtig, zART“ (bis Anfang Mai) verrät viel von den verdeckten und offenen Emotionen, Konflikten und Sehnsüchten, die das Leben bereithält.

Donnerstag, 08.03.2018, 22:03 Uhr

Begegnungen mit Menschen und Natur, mit Bewusstem und Unbewusstem, mit Gefühlten und Gedachtem stehen im Mittelpunkt der Ausstellung der Künstlerin Anne Horstmann im Kunsthaus Angelmodde
Begegnungen mit Menschen und Natur, mit Bewusstem und Unbewusstem, mit Gefühlten und Gedachtem stehen im Mittelpunkt der Ausstellung der Künstlerin Anne Horstmann (bis Anfang Mai) im Kunsthaus Angelmodde Foto: pesa

Menschen kommen und gehen, manche bleiben in Erinnerung, schon allein durch ihre vom Leben gezeichneten Gesichter, die mit oder ohne Worte berühren können und Spuren hinterlassen. Bewusste und unbewusste. Diesen Spuren geht Malerin Anne Horstmann aus Münster mit feinem Gespür und dosiertem Farbauftrag auf den Grund: „Ich finde Gesichter unglaublich spannend.“

Der Titel ihrer neuen Ausstellung im Kunsthaus Angelmodde „jetzt, soeben, flüchtig, zART“ verrät viel von den verdeckten und offenen Emotionen, Konflikten und Sehnsüchten, die das Leben bereithält. Ob inmitten des aufbrechenden Frühlings, in einer Fernweh-weckenden Bucht am Meer oder im Schatten Heimat spendender Häuser: Das Gegenständliche vermischt sich auf Horstmanns atmosphärisch-expressiven Bildern mit abstrakten Formen und Figuren, verwitterten Textfragmenten, verhuschten Schnörkeln und Farben, die sich scheinbar selbst ihren Weg über die Leinwand bahnen. Mal intensiv aufgetragen, mal angehaucht, mal getupft, mal zerlaufen und abgeschabt.

Anne Horstmann thematisiert Farben, Stimmungen und „Gesichter“.

Anne Horstmann thematisiert Farben, Stimmungen und „Gesichter“. Foto: Peter Sauer

Die Geschichten wirken wie aus der Erinnerung eines Traumes erzählt. Mit Ankerpunkten und Untiefen. Die Stärke der 25 Acryl-Arbeiten ist gerade das Uneindeutige. „Personen, Gegenstände und Formen haben meist unklare Konturen, gehen ineinander über und verschwimmen mitein­ander“, sagt Anne Horstmann, „Farben sind stimmungsvolle Emotionsträger.“ Lebendige Rottöne drücken auf ihren Bildern Bewegung aus, Blauweiß steht für Emotionen und Orange für harmonischen Ausgleich.

Gesichter schälen sich auf diesem Großformat aus der Szenerie – wie in einem Traum.

Gesichter schälen sich auf diesem Großformat aus der Szenerie – wie in einem Traum. Foto: Peter Sauer

Einige Bilder gehen zurück auf Songs. „All the pretty things“ zeigt, welche Eindrücke während einer Radtour an einem vorbeirauschen, basierend auf dem gleichnamigen Song der Band „Boy“. Anne Horstmann spielt selbst Klavier, was einige ihrer temperamentvollen Linien erklärt, aber auch ihren Feingeist, die Wärme von Gefühlen und Begegnungen auf die Leinwand zu bringen, wie in „Maps and clocks“. Dort zeigt sie, das Beziehungen sich oft nach dem richtigen Ort und der richtigen Zeit richten.

Die Ausstellung passt perfekt in die Zeit des hereinbrechenden Frühlings. Einzelnen Bildern verleiht Horstmann einen Extraglanz, indem sie sie mit Harz oder Lack überzieht – so wie die Frühlingssonne die erwachende Natur.

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Die Vernissage (Musik: Martin Degener) ist am Sonntag (11.3.) von 11 bis 13 Uhr im Kunsthaus Angelmodde, Angelmodder Weg 80, die Öffnungszeiten im Kunsthaus: mittwochs bis samstags ab 17 Uhr, sonntags ab 12 Uhr, www.annehorstmann.de

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