Fr., 14.02.2014

Spurensuche mit Paul Kreuels: Neues Angebot der Biologischen Station für Familien „Tatort“ in den Rieselfeldern

Auf einem Stück Baumrinde zeigt Paul Kreuels (3.v.l.) der Exkursionsgruppe die Spuren einiger Tiere, die sich vom morschen Holz ernähren. Derweil wirft Aron (2.v.r.) einen Blick auf einen kleinen Käfer, der gleich wieder freigelassen wird.

Auf einem Stück Baumrinde zeigt Paul Kreuels (3.v.l.) der Exkursionsgruppe die Spuren einiger Tiere, die sich vom morschen Holz ernähren. Derweil wirft Aron (2.v.r.) einen Blick auf einen kleinen Käfer, der gleich wieder freigelassen wird. Foto: eb

Münster-Coerde - 

Familienführungen in den Rieselfeldern bietet der 16-jährige Schüler Paul Kreuels an.

Von Ellen Bultmann

Mit kräftigen Handbewegungen stößt Paul Kreuels das Jagdmesser in das morsche Holz eines umgestürzten Baumstamms. Schon lange liegt der Stamm am Boden, und ist dennoch voller Leben: Das Holz ist ganz durchlöchert von den Fraßgängen seiner tierischen Bewohner, und einen von ihnen entdeckt der 16-jährige Schüler nun in einer Lücke.

Etwas Weiches, Weißes kommt zum Vorschein. „Was ist das denn?“, fragt der zehnjährige Henry. „Das ist eine Larve, wahrscheinlich von einem Borkenkäfer“, vermutet Paul. Vorsichtig schält er sie aus dem Holz frei und zeigt sie den anderen beiden Kindern, die sich mit ihren Eltern an seiner Führung durch die Rieselfelder beteiligen. Ganz so dicht möchte die achtjährige Celine das unbekannte Wesen nicht kennenlernen. Der dreijährige Aron hat hingegen weniger Berührungsängste mit den Insekten und Weichtieren, die Paul aufspürt und erläutert.

Seit Herbst 2013 bietet der Jugendliche Führungen unter dem Motto „Tierisch gut mit Paul“ in den Rieselfeldern an. Zuvor hatte er ein Praktikum in der Biologischen Station gemacht. Danach fragte ihn Uwe Schütz , der dort für die Umweltbildung zuständig ist, ob er nicht Lust hätte, Naturliebhabern die Rieselfelder näher zu bringen. Dabei wird Paul von seinem Vater, dem Biologen Dr. Martin Kreuels, unterstützt. Außerdem bereitet er sich durch die Lektüre von Fachbüchern auf die Exkursionen vor.

Unter einem Stein findet der Nachwuchsbiologe die nächsten Tierchen. „Will jemand mal eine Kellerassel auf die Hand nehmen?“, fragt Paul die Gruppe. Die Kinder reagieren skeptisch, und die Erwachsenen fühlen sich nicht angesprochen. „Die beißen nicht – die schlucken immer am ganzen Stück“, informiert der Schüler ganz cool über die Fressgewohnheiten der Asseln.

Ein Stück weiter wird ein „ Tatort “ entdeckt: „Kommt mal her, ich hab‘ hier was gefunden“, lockt Paul seine Gäste an. „Was ist wohl hier passiert?“ Ausgerupfte Federn liegen im Gras, manche von ihnen hängen noch an den Kielen zusammen. „Das war ein Kampf“, meint Henry ganz richtig. Ein Greifvogel müsse die Taube erbeutet haben, nimmt Paul an. Andere Vögel sind zwar nicht mehr sichtbar, haben aber überall schwarzen und grünen Kot hinterlassen. So kann Paul der Gruppe einen weiteren Tipp geben, wie sie mit etwas Hintergrundwissen anhand von Spuren einen Blick in die Vergangenheit werfen können: ein Schwarm Wildgänse war vor Kurzem noch da, und ist nun weitergezogen.

Zum Thema

Die nächste Führung mit Paul Kreuels beginnt am 23. Februar um 10 Uhr auf dem Parkplatz hinter dem Heidekrug an der Coermühle. Anmeldung: ✆ 16 17 60.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2229222?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F135%2F2572832%2F2572835%2F