Literatur auf Arabisch und Deutsch
Literatur in der Muttersprache

Münster-Coerde -

Norbert-Grundschule heißt Flüchtlingskinder aus Syrien und dem Irak willkommen.

Donnerstag, 10.03.2016, 23:03 Uhr

Fatma Murad erzählte den Kindern aus Syrien und dem Irak eine Geschichte des Kinderbuchautors Martin Baltscheit. Sie hörten die Geschichte auf Arabisch und auf Deutsch.
Fatma Murad erzählte den Kindern aus Syrien und dem Irak eine Geschichte des Kinderbuchautors Martin Baltscheit. Sie hörten die Geschichte auf Arabisch und auf Deutsch. Foto: kaj

Eine Begrüßung auf Arabisch und auf Deutsch – das ist nicht selbstverständlich. Doch in der Norbert-Grundschule wurden die neu eingeschulten zehn Flüchtlingskinder aus Syrien und dem Irak von Fatma Murad in ihrer Muttersprache begrüßt.

Als besondere Willkommensgeste verfolgten die Mädchen und Jungen die Kindergeschichte „Tschiep“, die der Auto Martin Barscheit eigens für das Mulingula-Projekt geschrieben hat. Sie hörten die Geschichte von Fatma Murad erst auf Arabisch, dann auf Deutsch.

Murad ist Vorleserin beim Mulingula-Projekt, das inzwischen an sieben münsterischen Grundschulen etabliert ist und vom Lions-Club Conrad-Schlaun gefördert wird.

„Mulingula verfolgt das Ziel, Kinder über Literatur an die Bildungssprache, die Schriftsprache, heranzuführen“, erläuterte Krystyna Strozyk, die das Projekt an der Norbert-Grundschule betreut. Wichtig sei, dass zweisprachig aufwachsende Kinder die Schriftsprachlichkeit ihrer Muttersprache erführen. Nur so könnten sie die Komplexität von Sprache erfahren. „Diese Erfahrung lässt sich dann auf die neue Sprache übertragen“, erklärte Krystyna Strozyk.

Integration funktioniert über Sprache, aber Kinder mit Migrationsbiografie sollen ihre Muttersprache nicht aufgeben, so das Konzept von Mulingula.

Einmal pro Woche hören die Kinder Literatur in ihrer Muttersprache. An der Coerder Norbert-Grundschule sind das Geschichten auf Russisch, Tamilisch, Türkisch und Arabisch – von muttersprachlichen Vorlesern. Das Projekt gibt es dort seit 2008.

Ein Fazit nach sieben Jahren Mulingula sei, dass die Aufwertung der Muttersprache das Selbstwertgefühl und die Lernbereitschaft von Kindern ungemein stärke.

Für die Flüchtlingskinder, so der Wunsch der Norbert-Grundschule, kann das Mulingula-Projekt vielleicht dazu beitragen, ihnen ein kleines Stück Heimat zu schenken.

Mulingula verfolgt das Ziel, Kinder über Literatur an die Bildungssprache heranzuführen.

Kystyna Strozyk
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