Di., 12.04.2016

Biologische Station Rieselfelder Stege für die Ewigkeit aus Eiche

Maroder Steg 

Maroder Steg  Foto: kha

Münster-Coerde - 

Neue Stege können jetzt an der Biologischen Station gebaut werden. Eine Finanzspritze der Stiftung Bentheim macht es möglich.

Von Kathrin Hartz

Direkt ans Wasser zu kommen, sei erwünscht, sagt Dr. Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station in den Rieselfeldern . Jährlich laufen normalerweise Tausende Besucher über die Holzstege am Stützpunkt des Europareservats.

Meist sind es Kinder, die von der hölzernen Überwasserführung aus alles, was kreucht und fleucht, mit dem Kescher aus dem Biotop fischen.

Doch nach fast 30 Jahren haben die Fichtenholz-Bohlen unter der Belastung von Besuchern und Witterung nachgegeben. Für die Erneuerung des Wegesystems hat der Trägerverein nun Sponsoren gefunden.

„Es ist ja ein ständiges Ringen um Mittel“, sagt Dr. Michael Harengerd . Die Stadt unterstütze das Reservat für Wat- und Wasservögel mit 35 000 Euro und das Land mit 125 000 Euro im Jahr, erklärt der Vorsitzende des Trägervereins der Biologischen Station. Doch was zunächst wie ein komfortables Finanzpolster für das Naturschutzgebiet anmutet, „schmilzt schon allein nach den Kosten für hauptamtliche Mitarbeiter ziemlich zusammen“, sagt der ehrenamtliche Naturschützer.

Die Finanzspritze aus Bentheim kommt zum richtigen Zeitpunkt (v.r.) Paul Uphaus und Hartmut Schrap (beide Stiftung Bentheim), Michael Harengerd (Biologische Station) und Rüdiger Sasse (Kornbrennerei)

Die Finanzspritze aus Bentheim kommt zum richtigen Zeitpunkt (v.r.) Paul Uphaus und Hartmut Schrap (beide Stiftung Bentheim), Michael Harengerd (Biologische Station) und Rüdiger Sasse (Kornbrennerei)

Umso erfreuter waren die Naturfreunde, dass ein Antrag auf Förderung über den Sonderfonds „Grafschafter Kräuterwacholder“ der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim positiv mit 15 000 Euro bewilligt wurde. „Ich bin davon überzeugt, dass das Geld mit dem Bau in neue Stege gut investiert ist“, äußerte der Geschäftsführer der Stiftung, Hartmut Schrap, bei einem Gang über die morschen Holzbretter. „Grafschafter Kräuterwacholder“ heißt das Projekt der Stiftung nicht zufällig. Das Familienunternehmen Kornbrennerei Sasse kooperiert mit der Stiftung. „Pro verkauftem Liter Kräuterwacholder-Likör fließt ein Euro in Naturschutzprojekte“, erläutert der Inhaber der Schöppinger Brennerei, Rüdiger Sasse. Das Engagement sei eine Herzensangelegenheit, weil das Unternehmen seine Rohstoffe fast ausschließlich aus der Region beziehe.

Über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren wird die Förderung an den Verein Biologische Station fließen. Drei Steganlagen, knapp 100 Meter „Überwasser“-Wege, sollen damit in den Mini-Rieselfeldern an der Biologischen Station saniert werden. Die neuen Wege werden auf die alten, noch intakten Fundamente gebaut, „allerdings aus Eichenholz“, sagt Harengerd. „Da werden wir die nächsten Hundert Jahre dann Ruhe haben.“

Vielleicht reiche es ja auch noch für ein ordentliches Holz-Geländer, merkte Schrap an, der sich beim Beobachten eines Blässhuhn-Nestes vorsichtig an der wackeligen Brüstung festhielt. Schütz erklärte: „Die Besucher sollen ans Wasser kommen können“, um ganz nah dran zu sein an der Natur. Deshalb wird es bei den neuen Stegen auch nur an einer Seite ein Geländer geben.

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