Sturmschäden in Münsters Norden
Plötzlich kracht der Baum ins Haus

Münster-Nord -

Umgestürzte Bäume, ein umgekippter LKW und ein Baum im Haus gehören zu den Sturmfolgen in Münsters Norden.

Donnerstag, 18.01.2018, 19:01 Uhr

Plötzlich war der Baum im Haus: Der Sprakeler Dirk Müller hatte Glück, er stand weit genug entfernt, als die große Tanne in seinen Wintergarten krachte.
Plötzlich war der Baum im Haus: Der Sprakeler Dirk Müller hatte Glück, er stand weit genug entfernt, als die große Tanne in seinen Wintergarten krachte. Foto: Dirk Müller

Der Sturm schlug zu in Münsters Norden mit zum Teil enormen Auswirkungen: Ein LKW kippte um 12.13 Uhr auf der A1 kurz hinter der Brücke über den Sprakelweg um und blieb auf der Seite liegen. Kilometerlange Staus bauten sich auf.

Der Sprakeler Dirk Müller wird Sturmtief Friederike wohl so schnell nicht vergessen. Erst hatte er einem Nachbarn am Max-Klemens-Kanal geholfen, einen umgestürzten Baum zu zerlegen und von der Fahrbahn zu ziehen. Als er dann nach Hause Richtung Flothfeld fahren wollte, stieß er 100 Meter weiter auf den nächsten Baum und zog auch ihn aus dem Verkehr.

Dann fuhr er zügig zu seinem Haus an diesem stürmischen Vormittag. „Ich war nass geschwitzt und wollte mich umziehen. Ich stand gerade im Wohnzimmer und schaute nach draußen, als sich die große Tanne gegenüber auf einmal Richtung Haus neigte – und plötzlich zurückschnellte“, erzählte er. Warum sie zurückschnellte, wurde ihm binnen zwei Sekunden klar: Die abgebrochene Spitze des Baums krachte durch den Wintergarten ins Haus. Er hatte Glück, er war weit genug entfernt von der Einschlagstelle. „Sonst könnten wir jetzt nicht telefonieren“, meinte er später sehr gefasst. Die Feuerwehr rückte an und half, den Baum zu beseitigen. Zurück blieben ein großes Loch im Dach und der Schaden im Wintergarten. „Dachziegel habe ich noch“, sagte Dirk Müller, „aber die Lattung ist kaputt.“ Bei den Dachdeckern liefen gestern die Telefone heiß. So musste sich der Sprakeler selbst Gedanken machen, wie er sein Haus möglichst trocken bekam. Aber erst musste Dirk Müller – Hausmeister und Dienstleister – zu einem Kunden und ihm bei der Beseitigung eines Sturmschadens helfen. Dann ging es daheim weiter.

Behinderungen durch umgestürzte Bäume gab es an etlichen Stellen in Münsters Norden. Am nördlichen Ortseingang von Kinderhaus stürzten mehrere hohe Tannen auf die Grevener Straße und blockierten kurz hinter der Brücke über den Kinderbach im Baustellenbereich die einzige Fahrbahn stadteinwärts. Diese Blockade wurde bald beseitigt, sodass der Verkehr wieder ungehindert Richtung Kinderhaus und Innenstadt rollen konnte.

Als der Kinderhauser Wolfgang Wagner aus dem Fenster schaute, vermisste er einen vertrauten Baum: Er fand die abgebrochene Pappel am Kinderbach, circa 30 Meter vom Burloh entfernt am Gustav-Wentker-Weg. Abgesperrt war ein Stück des Bürgersteigs in Höhe des Pastorats an der Kristiansandstraße. Am Rektoratsweg / Ecke Mehringweg musste ein umgestürzter Baum beseitigt werden. Am Sprakeler Ortseingang landete einer der drei Container auf der Straße.

Wer am Donnerstag mit dem Wagen zum SV Teutonia Coerde wollte, hatte schlechte Karten: Ein umgestürzter Baum blockierte die Zufahrt ins Waldstadion.

Auch am Tag danach gibt es noch genug zu tun. Die Aufräumarbeiten werden eine Weile dauern.

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