Wehr in den Rieselfeldern defekt
Der Teich liegt auf dem Trockenen

Münster-Coerde -

Weil das Wehr defekt ist, ist der große Stauteich in den Rieselfeldern trocken gelegt. Doch die Arbeiter müssen sich beeilen. Es bleibt nur ein kleines Zeitfenster.

Mittwoch, 31.01.2018, 19:01 Uhr

Der große Stauteich liegt im Moment auf dem Trockenen. Das Wehr muss repariert werden. Dafür muss laut Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station aber immer ein passender Moment abgewartet werden, zum Beispiel außerhalb der Brutzeit.
Der große Stauteich liegt im Moment auf dem Trockenen. Das Wehr muss repariert werden. Dafür muss laut Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station aber immer ein passender Moment abgewartet werden, zum Beispiel außerhalb der Brutzeit. Foto: anf

Schaurig ist es, im Januar durch die Rieselfelder zu gehen: Jeden Morgen liegt dichter Nebel über den Wiesen und Feldern. Schafft die Sonne es durch die Wolken, sieht es „gespenstig“ aus, findet Hans-Uwe Schütz . Er ist Mitarbeiter in der Biologischen Station Rieselfelder und hat das Vogelschutzgebiet immer im Blick.

In diesem Jahr beschäftigt Schütz vor allem das Wasser. „Es ist der wohl nasseste Winter, den ich hier je erlebt habe“, sagt der Biologe. Schlimm sei das nicht, schließlich gebe es auf dem Gebiet sowieso über 90 Wasserflächen. Doch eine davon liegt im Moment trocken: Der große Stauteich im Süden.

Im nördlichen Teil, dem sogenannten Reservat, befinden sich deutlich mehr Wasserflächen als im südlichen Teil, dem Naturerlebnisgebiet. Doch besonders wichtig seien die beiden Stauteiche im südlichen Bereich.

Aber woher kommt das Wasser in den Rieselfeldern? Hans-Uwe Schütz stellt klar: „Es ist ein Feuchtgebiet aus Menschenhand.“ Früher waren in Münsters Norden Ackerflächen, an die erinnert heute aber nicht mehr viel. Ein großer Teil des Wassers kommt aus der Hauptkläranlage in Coerde. Schütz: „Es ist das Klarwasser der Anlage.“

„Wir brauchen im Jahr 14 bis 17 Prozent des Wassers, das aus der Kläranlage in die Rieselfelder fließt“, erklärt Schütz. Im Winter brauche man meist nichts, um die großen Flächen zu bewässern. Im Sommer würden hingegen bis zu 80 Prozent der Wassermenge benötigt. Das Wasser wird in den beiden Stauteichen gesammelt und zur Bewässerung benutzt.

Doch im Moment liegt der große Stauteich auf dem Trockenen. „Das Wehr muss repariert werden“, sagt Schütz. Das Wasser aus der Kläranlage läuft also in einem schmalen Fluss durch Stauteich und Wehr hindurch. Normalerweise werde es gestaut und mithilfe vier großer Pumpen in den Rieselfeldern verteilt.

Schon im November lag der große Stauteich einmal trocken. „Da haben wir mit den Arbeiten begonnen“, sagt Hans-Uwe Schütz. Es müsse eine Gummidichtung ausgetauscht werden, weil das Wehr nicht mehr dicht sei. Und auch einer der zwei Motoren müsse repariert werden. Doch die Arbeiten konnten im November nicht abgeschlossen werden.

„Es muss alles passen, damit wir das Wasser aus dem Stauteich lassen können“, erläutert Schütz. „Wir dürfen das Wasser nur ablassen, wenn keine Brutsaison ist.“ Denn auf den kleinen Inseln im Stauteich brüten unzählige Vogelarten. Ist kein Wasser im Teich, können Marder und Füchse die Inseln erreichen. Schütz: „Dann würden sie die Nester räubern.“

Das sei aber nicht der einzige Faktor, auf den zu achten sei. „Wenn es zu kalt wird, müssen wir den Stauteich wieder befüllen“, sagt Schütz. Denn: „Das ist die letzte Wasserfläche in Münster, die zufriert. Sogar noch später als der Kanal.“ Das liege an der biologischen Reinigung in der Kläranlage. „Dabei sterben unzählige Bakterien ab. Das erzeugt Wärme“, so Schütz. Deshalb sei der große Stauteich bei Frost die einzige Nahrungsquelle für Vögel. Ähnlich ist es beim Vogelzug. „Auch dann muss der Stauteich voll Wasser sein“, so Schütz. Denn nur dann sei genug Nahrung für die Zugvögel da.

Weil wieder winterliche Temperaturen angesagt werden, stehen die Mitarbeiter der Biologischen Station unter Druck. „Wir müssen mit den Arbeiten am Besten noch diese Woche fertig werden“, sagt Schütz. Doch er ist zuversichtlich, dass sich das Wasser wieder staut, bevor es friert. 

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