Eine Firma macht Schule

Di., 07.02.2012

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„Nah und günstig“: Grundschüler aus Gelmer gründen Handel für den eigenen Schulbedarf

Eine Firma macht Schule : „Nah und günstig“: Grundschüler aus Gelmer gründen Handel für den eigenen Schulbedarf

Stifte, Kleber, Hefte, Mappen – das alles ist bei der Schülerfirma „Nah und günstig“ in der Astrid-Lindgren-Schule zu haben. Schulleiterin Beate Unger ist begeistert. Foto: cro

Münster-Gelmer - 

Für jeden Bleistift extra in die Stadt fahren? Die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule haben eine bessere Idee. Sie gründen eine eigene Firma für Schulbedarf: „Nah und günstig“.


Die Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule haben es nicht immer leicht: Für jedes Heft und jeden Bleistift müssen die Kinder zumindest bis nach Greven oder nach Handorf fahren. Denn im nordöstlichsten Stadtteil gibt es keine Möglichkeit, die Artikel für den täglichen Schulgebrauch zu bekommen. Deshalb greifen sie zur Selbsthilfe – und gründen kurzerhand die Schülerfirma „Nah und günstig“: In einem Schrank in der Schulbücherei ist alles zu finden, was das Schülerherz begehrt.

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„Die Idee kam von unserer Schulleiterin Beate Unger“, sagt der amtierende „Geschäftsführer“ Thiemo. „Sie hat uns gefragt, was wir denn wirklich brauchen“, ergänzt Annika. Radiergummis in besonderen Formen oder Farben seien natürlich überflüssig: „Es muss aber gut radieren.“

Also wurde erst einmal eingekauft. „Dabei hat uns der Förderverein der Schule massiv unterstützt“, sagt die Schulleiterin Beate Unger. „Es geht auch darum, den Kindern die Verantwortung für ein solches Projekt nahe zu bringen. Es werden Rechnungsbücher geführt, der Laden muss immer sauber und ordentlich sein und man sollte auch beizeiten Ware nachbestellen, denn sonst gehen Füller, Hefte oder Geodreiecke aus.“

Um die passenden „Geschäftsleute“ zu finden, hat Beate Unger erst einmal in den vierten Klassen nachgefragt. „Und ich hatte dabei ein unglaublich gute Resonanz: Denn die Idee dahinter war, dass man nicht wegen jedes Bleistifts oder Heftes die Eltern losschicken muss..“

Die Preise sind günstig. „Wir brauchen keine Miete zu zahlen, also können wir auch ganz andere Preise machen“, sagt Thiemo weltmännisch – schließlich hat er auch einen Arbeitsvertrag unterschrieben. „Der hat natürlich keine rechtliche Bindung, aber für die Kinder ist es wichtig zu sehen, dass ihre Arbeit mit Verantwortung verbunden ist“, betont die Schulleiterin.

Wenn die Nachwuchsgeschäftsleute Erfolg haben, wird natürlich auch Geld eingenommen. „Wenn nach den Einkäufen etwas übrig bleibt, gehen wir davon mal ein Eis essen“, verspricht die Schulleiterin. Und die Wahrscheinlichkeit ist nicht klein, dass das Konzept zum Erfolg wird. „Denn wir wollen auch anderen Schülern, die vielleicht nicht auf die Astrid-Lindgren-Schule gehen, die Möglichkeit geben, bei uns einzukaufen“, so die „Geschäftsführung“ – also auch den Schülern der weiterführenden Schulen. „Darauf haben wir auch die Öffnungszeiten abgestimmt.“ Die sind montags und mittwochs in der Zeit von 9.45 Uhr bis 10.15 Uhr, wenn auch die Eltern einkaufen dürfen, sowie freitags von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr – „für die älteren Kinder“, so Unger.


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