Gesprächsbereit für Streithähne

Di., 21.02.2012

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Schlichter am Stein-Gymnasium

Gesprächsbereit für Streithähne : Schlichter am Stein-Gymnasium

Die Streitschlichter des Stein-Gymnasiums stehen an jedem Schultag zur Verfügung, um bei Unstimmigkeiten zwischen Schülern zu vermitteln und eine Lösung herbei zu führen. Foto: eb

Münster-Gievenbeck - 

Ein großer, kräftig krähender, blauer Hahn ziert die weißen Kapuzen-Pullis, an denen künftig die 15 Streitschlichter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums zu erkennen sind. In jeder zweiten großen Pause halten sie sich im Ganztagsbereich auf und können im Falle von Unstimmigkeiten zwischen Schülern zu Rate gezogen werden. Ziel der Schlichter ist es, jeweils eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten gut leben können.

Von Ellen Bultmann

Die Lehrerinnen Nina Brüggemann und Gesa Thiäner haben zunächst ein 36 Stunden umfassendes Blockseminar besucht und dann die freiwilligen 14- bis 15-Jährigen aus den neunten Klassen zu Streitschlichtern ausgebildet. Ansprechbar sind die Mädchen und Jungen nun vor allem für Schüler der fünften und sechsten Klassen. Die meisten der Streitschlichter waren zuvor schon als Paten für Fünftklässler aktiv. Zu den typischen Streitfällen unter den jüngsten Gymnasiasten zählt es, dass jemandem etwas weggenommen wird – wie beispielsweise die beliebten Kartenspiele –, ein Kind nicht mitspielen darf oder ein Hausaufgabenheft durch Kritzeleien verunstaltet wird. „Damit gingen wir früher zu den Lehrern, aber dafür sind die nicht da“, meint Linus Heidrich. „Besser ist es, einen älteren Schüler als Vertrauensperson zu haben.“ Linus Heidrich weiß: „Wir verstehen die Schüler besser, weil wir noch vor wenigen Jahren die gleichen Probleme hatten.“ Einen anderen Aspekt hebt Simon Maas hervor: „Die Lehrer sind Respektspersonen, die uns benoten. Daher möchte man sich nicht so gerne mit Problemen an sie wenden.“ In einigen Doppelstunden nach dem Ende des normalen Unterrichts und während eines Wochenendes in Haltern wurden die Jugendlichen auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Anfangs haben wir spielerisch den Zusammenhalt der Gruppe aufgebaut“, erinnert sich Linus Heidrich. „Wir haben auch gelernt, uns in andere hinein zu versetzen“, erzählt er. In Rollenspielen haben die Streitschlichter getestet, wie sie sich in den fraglichen Situationen verhalten könnten, berichtet Alicia Feldhues-Martin. Dabei schlüpfte jeder mal in die Rolle des Streitenden, dann wieder in die Haut des Schlichters, erzählt Simon Maas. Auch für das Verhalten der Streitschlichter selbst hatte das Training Auswirkungen, berichtet Linus Heidrich: „Ich denke jetzt mehr darüber nach, ob eine negative Reaktion auf die Handlung eines Anderen wirklich nötig ist.“

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