Wer räumt den Müll weg?

Mi., 22.02.2012

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Unrat rund um Bushaltestelle „Rüschhausweg B“ ärgert Nachbarn und gefährdet Weidevieh

Wer räumt den Müll weg? : Unrat rund um Bushaltestelle „Rüschhausweg B“ ärgert Nachbarn und gefährdet Weidevieh

Getränkeverpackungen, Imbiss-Abfälle und nun auch Zirkusplakate sammeln sich in dem Graben hinter der Bushaltestelle „Rüschhausweg B“. Foto: eb

Münster-Gievenbeck - 

„Das wäre ein Musterbeispiel für die Aktion ,Sauberes Münster´“, meint Horst-Werner Koch, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, und verweist damit auf das freiwillige Müllsammeln der Bürger, zu dem die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) ab dem 23. März wieder eine Woche lang einladen. Die Anwohner im Bereich der Bushaltestelle „Rüschhausweg B“ brauchen nicht weit zu laufen, wenn sie sich daran beteiligen wollen. Denn neben und hinter dem Buswartehäuschen und den Fahrradständern landet allerlei Müll im Graben und auf der Wiese, wie eine verärgerte Nachbarin den WN berichtete.

Von Ellen Bultmann

Verpackungen von Getränken und Imbiss-Gerichten, die in den gegenüberliegenden Geschäften und Lokalen gekauft wurden, werden ebenso achtlos weggeworfen wie Zigarettenschachteln. Hinzu kommen seit einigen Wochen beschädigte Plakate des unweit gastierenden Zirkus` und ausgediente Weihnachtsbäume. „Die wurden von der anderen Straßenseite rübergeweht, und die Müllwerker fahren Woche für Woche daran vorbei“, beklagt sich die Gievenbeckerin. Auch Müllsäcke treibe der Wind an den östlichen Rand des Rüschhausweges: „Sie reißen auf, und der Unrat verteilt sich auf der Wiese. Der Bauer muss alles einsammeln, bevor er Vieh dort laufen lassen kann, damit die Tiere nichts Schädliches fressen.“ Die Bürgerin hatte sich an die Stadtwerke gewandt, weil der Unrat zum Teil von Fahrgästen der Busse hinterlassen wird. „Wenn eine Haltestelle vermüllt ist, prüfen wir, ob dort die Mülleimer voll oder defekt sind“, berichtete Stadtwerke-Pressesprecherin Sigrid Bäumer im WN-Gespräch. „Außerdem haben wir einen kurzen Draht zu den AWM, und die schicken einen Mitarbeiter zum Säubern“, beschreibt sie das übliche Vorgehen. Doch Burghard Lotz, Einsatzleiter für die Straßenreinigung bei den AWM, betont: „Da kriecht keiner von uns in den Graben rein.“ Nur was im direkten Umfeld der Bushaltestelle liege, werde mitgenommen. Der Graben sei nicht im Zuständigkeitsbereich der Straßenreinigung. Im konkreten Fall, so die Stadtwerke-Sprecherin, sei „vor einigen Monaten“ bereits ein Hinweis an das Amt für Immobilienmanagement gegeben worden, denn der Müll liege auf einem Privatgrundstück. Dr. Ingo Deitmer, Abteilungsleiter in diesem Amt, bestätigte, dass es sich nicht um eine städtische Fläche handele. Er sieht zudem die Verursacher in erster Linie in der Pflicht, ihre Abfälle richtig zu entsorgen oder wieder einzusammeln. Auch auf städtischen Flächen könne dies „nur im Rahmen des Etats“ geschehen. Horst-Werner Koch vom Ordnungsamt sicherte zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Doch er hält den Zustand dieses Bereichs für „nichts Besonderes“: „Das ist in den Straßenseitengräben in der ganzen Stadt nichts Unübliches – wir kennen schlimmere Ecken“.

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