Bakengericht der KG Soffie
Freispruch auf der ganzen Linie

Münster-Gievenbeck -

Soffie hatte keine Chance: Beim Bakengericht kam die Symbolfigur der Gievenbecker Karnevalsgesellschaft mit keinem ihrer Anklagepunkte durch. Ergo konnte es nur ein Urteil geben: Freispruch für Jügren Twent bei gleichzeitiger Ernennung zum Ehrensenator.

Sonntag, 22.11.2015, 00:11 Uhr

Unter der Anleitung von Ulf Imort (links) bewies Jürgen Twent seine Fahrkünste mit dem Kettcar
Unter der Anleitung von Ulf Imort (links) bewies Jürgen Twent seine Fahrkünste mit dem Kettcar Foto: fre

Ein Karnevalist, der nicht Auto fahren kann, den Vornamen der eigenen Ehefrau vergisst und mit nicht vorhandenen künstlerischen Talenten angibt – das kann die Soffie auf gar keinen Fall dulden. Jürgen Twent, Inhaber des Hotel-Restaurants „Bakenhof“ musste sich deswegen vor dem Bakengericht der KG Soffie von Gievenbeck verantworten.

„Der Angeklagte kann seine Klamotten einpacken und nach Hause gehen“, war sich die Soffie, gespielt von Dietmar Hohmann, sicher und erntete dafür die Missgunst des zahlreich erschienenen Publikums in der Peter-Demling Ballspielhalle. „Unzuverlässig, faul und angeberisch ist er“, postulierte das Maskottchen siegessicher.

Dabei vergaß sie prompt Verteidiger Uwe Peppenhorst, der mit schlagkräftigen Argumenten jede Anschuldigung zu widerlegen wusste. „Dass der Angeklagte sich zumeist von anderen Leuten im Auto fahren lässt, ist nicht faul, sondern selbstkritisch. Denn er behauptet, kein guter Fahrer zu sein.“

Ehrensenator und Fahrlehrer Ulf Imort konnte das Gegenteil beweisen: Mit einem Kettcar gelang es Twent, den Richter von seinen Fahrkünsten zu überzeugen und die Soffie in ein schlechtes Licht zu stellen, die am Steuer anschließend kläglich versagte.

Als die Liste der Anschuldigungen mehr und mehr zu schrumpfen begann, hatte die Soffie dennoch ein Ass im Ärmel. „Der Angeklagte behauptet im betrunkenen Zustand, ein großer Dichter und Tänzer zu sein.“ „Soffie, du bist ein Auslaufmodell!“, entgegnete Peppenhorst. „Jürgen Twents poetische Ader sprudelt auch nüchtern und auch das Tanzen liegt ihm.“

Richter Heinz Mecklenborg und seine Beisitzerinnen Ingrid Voß und Gaby Rensing forderten neben einem kurzen Reim auch einen flotten Rock’n Roll als Beweis. „Ich tanze aber nicht mit der Soffie“, beteuerte Twent und fand eine geeignete Tanzpartnerin im Publikum. Eindrucksvoll legte der 61-jährige eine kurze, aber hervorragend eingeübte Tanzvorstellung hin und wurde mit tosendem Applaus belohnt.

Zähneknirschend musste die Soffie sich schließlich ergeben. „Jürgen Twent ist ein liebenswerter Zeitgenosse und somit das Musterbeispiel für einen Menschen, der in den Senat der KG Soffie gehört“, beschloss Richter Mecklenborg. Stolz nahm Twent den wohlverdienten Orden und die dazugehörige Kappe entgegen und freute sich über seine neue Rolle als Ehrensenator.

Abgerundet wurde der traditionsreiche Abend durch die spektakulären Auftritte des ersten Gievenbecker Tanzkorps, der Tanzgruppe „Stadtmädchen“ und natürlich durch den Besuch des Jugendprinzenpaares und von Münsters neuem Karnevalsprinzen Bernard I.. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Bands „Moon-Dancer“ und „Bass + Bässer“.

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