Do., 21.01.2016

Ju-Jutsu für den Nachwuchs Kinder lernen überlegt zu handeln

Ju-Jutsu-Training in der Sporthalle der Waldorfschule: Philipp Bernhardt (l.), Trainer und Chef des Vereins „White Shadow“, vermittelt seinen Schützlingen nicht nur die Grundlagen des asiatischen Kampfsports, sondern auch das nötige Selbstbewusstsein.

Ju-Jutsu-Training in der Sporthalle der Waldorfschule: Philipp Bernhardt (l.), Trainer und Chef des Vereins „White Shadow“, vermittelt seinen Schützlingen nicht nur die Grundlagen des asiatischen Kampfsports, sondern auch das nötige Selbstbewusstsein. Foto: tu

Münster-Gievenbeck - 

„White Shadow“ ist der Name eiones Kampfsport-Vereins, in dem Kinder lernen, auch in Stress-Situationen die Ruhe zu bewahren. Vereinschef Philipp Bernhardt bringt den Teilnehmern Techniken des Ju-Jutsu bei.

Von Thomas Usselmann

„Bodenrandori! Rücken an Rücken!“ Kaum hat Philipp Bernhardt ausgesprochen, drehen sich 20 durchtrainierte Körper auf den blauen Trainingsmatten: Blitzschnell bringen die Kinder unter Einsatz ihres ganzen Körpers ihre Übungspartner in eine seitliche Halteposition. „Bodenrandori“, erläutert der Trainer und Vereinsvorsitzende, „das bedeutet auf Japanisch lockerer Übungskampf!“

Philipp Bernhardt muss es wissen: Seit gut einem Jahr trainiert der angehende Mediziner die vier- bis elfjährigen Ju-Jutsu-Aspiranten seines Vereins „White Shadow“ samstags in der Sporthalle der Waldorfschule. „Bodenrandori“, sagt der begeisterte Kampfsporttrainer, das sei das erste Etappenziel des jungen Vereins. „In dieser Disziplin gibt es lockere Turniere als Einstieg. Da möchte ich gerne hinkommen!“

Grundidee der vor zwei Jahren vollzogenen Vereinsgründung: Es sei vorrangiges Ziel, dass sich Kinder in gefährlichen Situationen wehren und verteidigen können – verbal oder mit wohl dosiertem Körpereinsatz. „Wichtig ist, dass die Jungen und Mädchen in Stresssituationen überlegt handeln“, unterstreicht der dreifache Familienvater. „Man hört ja, was auf Schulhöfen so alles passiert!“

Bernhardt trägt den schwarzen Gürtel – er ist mit Judo und Ju-Jutsu groß geworden. Den Anstoß zur Vereinsgründung gab seinerzeit eine Elterninitiative in der Gievenbecker Kindertageseinrichtung „Chamäleon“, die Kinder von Studierenden vorbehalten ist.

Für den sportlichen Familienvater steht beim Training stets die Freude an der Bewegung an erster Stelle. „Mein Motto lautet, wer an der Sache Spaß hat, der nimmt sie auch ernst“, sagt Bernhardt.

Der Funke der Begeisterung hat längst die Kinder des Trainers erfasst: Melvin, elf Jahre alt, und die neunjährige Finja demonstrieren voller Elan, wie die Aktiv-Blocktechnik mit dem Unterarm funktioniert. Ju-Jutsu bedeutet besonders effektive Selbstverteidigung, weil sie Elemente verschiedener Kampfsportarten vereinigt und nicht zuletzt eine breit gefächerte Bewegungslehre beinhaltet. Seitliches Gleiten vorwärts oder rückwärts, Schritte, Drehungen, schwungvolle Rollen nach vorne oder hinten – all dies beherrschen die Kinder bereits mit Bravour.

„Atemis“ – die so benannten Schläge mit der Faust oder mit dem Fuß und Hebeltechniken seien wesentlich. „Man kann jemand sanft zu Boden legen oder härtere Techniken anwenden, wenn Leib und Leben bedroht werden“, so Bernhardt. Dabei simuliert er einen druckvollen Griff unter die Kehle.

Grundprinzip des Ju-Jutsu: Man nutzt die Kraft des Gegners zum eigenen Vorteil. Deshalb sei der Kampfsport für Frauen und Kinder besonders gut geeignet. Immerhin fünf der 20 Teilnehmer von „White Shadow“ sind weiblichen Geschlechtes.

Demnächst stehen Prüfungen an. Für den orangefarbenen Gürtel, denn Philipp Bernhardt ist Trainer, Vereinsvorsitzender und nicht zuletzt Prüfer in einer Person. Damit nicht genug: „Schön wäre es, wenn wir bald auch ein Eltern-Kind-Training anbieten könnten!“

 

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3752472?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F